Türchen 15 – Liebesgrüße aus Moskau?

AK15

Nach den gestrigen Sätzen des Pythagoras, wollen wir heute kurz die Brücke zu den geplanten Anpaarungen in 2014 schlagen. Fee soll im nächsten Jahr erstmalig besamt werden. Wir werden hier so verfahren, wie auch bei BabyBelle: Besamen, parallel anreiten, an alles gewöhnen und dann gibt es zum Winter hin wieder Pause, bis sie dann vierjährig nach dem Absetzen ihres Erstlings in die Arbeit soll, um dann fünfjährig hoffentlich die Parcours der Umgebung unsicher zu machen. Soweit der Plan.

Nun stehen wir also vor unserer Fee und überlegen, was an sie anzupaaren ist. Eines sei vorweg genommen: Hier kommt ausschließlich ein Springer in Betracht! Man tritt nicht an, mit einer Stute deren Abstammung so von Springsport durchzogen ist wie bei Fee, um dann irgendeinen x-belieben Hufschlagakrobaten (und sei er auch noch so bedeutend) zu wählen. 

Pythagoras x Pilger x Blut – Das ist ein russisches Erfolgskonzept, diese Sorte geht in in den Sport, auch in den großen! Als DER DÜRER dieses Jahr in Stuttgart turnte, war der erste Gedanke: So was wollen wir auch!! Und sein Vater ist Waitaki….

Maidenstute und dann TG? Eine Unsicherheit bleibt, aber trotzdem, Waitaki steht im Ranking der möglichen Väter aktuell ganz vorne!!

Zunächst zurück zum Pythagoras: Als Waitakis Urgroßvater ist Eifel (ex Torero) angegeben. Dieser ist in allen Papieren gelistet als Sohn des Pythagoras aus der Tontaube von Pilger, was sich aber letztlich als falsch erwies, da Torero an Damverschluss einging. Schilke vermutete dann Pantoffelheld von Pythagoras aus der Panticosa von Jagdheld alias Eifel. Aber auch dies traf nicht zu. Ein Auszug aus dem russischen Stutbuch:

„Dr. Fritz Schilke war der Meinung das Eifel der Pantoffelheldsohn von Pythagoras wäre, als er von den Russen gefragt wurde! Die russ. Zuchtleitung hatte da jedoch gewisse Zweifel, da dies zeitlich nicht stimmen konnte, da dieser Pantoffelheld schon 1935 geboren ist, dunkelbraun war und die Maße 158.187.20,3 hatte.
Die wahrscheinlichere Version ist, sicherlich der schwarzbraune Pilgersohn Jugurtha. 
[….]

Im Nachhinein stellte sich aber heraus, daß Eifel ex Torero nachweislich in Perlin an Darmverschluß eingegangen war. Also ist die Theorie von Landstallmeister Jürgen von Henniges bestätigt. Dies wiederum ist ein fast sicherer Beweis, daß Jugurtha den Hengst Eifel verkörperte. […]

Sein Einsatz in der SU war von 1946 – 1955 und es wurden ihm jährlich ca. 20 Stuten zugeführt. Alle Nachkommen konnten enorm springen (Erbanlage über Pilger – Monsieur Gabriel xx, franz. Vollblüter)!

Aber auch diese Theorie ist nach heutigen Erkenntnissen zu widerlegen. Es gilt vielmehr – auf Basis noch weiterer Recherchen – heute als erwiesen, dass es „Eifel ex Perkeo“ heißen müsste. Perkeo von Pilger aus der Persante von Tempelhüter. Muttervater der Persante war wiederum Monseur Gabriel xx – der Springpferdemacher!

Unabhängig davon, ob es Jugurtha oder Perkeo waren – Torero war es in keinem Falle.

Dies zeichnet einen anderen Waitaki! Noch immer ist er eines der erfolgreichsten Nationenpreispferde und auch die fast 200 S-Erfolge nimmt ihm keiner, aber sein Vater Orfej ist nicht mehr länger ein Linienzuchtprodukt auf Pythagoras, sondern auf einen Pilger-Sohn. Und zwar auf einen mit richtig viel Blut, denn fast 80% xx werden für Perkeo in den ersten fünf Generationen ausgewiesen.

Damit befindet sich Pilger gleich drei mal in Waitakis fünfter Generation, denn in dritter Generation stehen drei Pilger-Enkel: Ekspromt, Osadok und Emblema.

Erst Ech-Ma, der Vater des Orfej, bringt auf Mutterseite Dampfross über Pythagoras und Hyperion mit. Im Gesamten betrachtet, ist Orfejs Pedigree aber in den vorderen Generationen dann recht blutleer.

Waitaki erfährt Blutzufuhr durch seine Mutter, eine Tochter des Spitzenvollblüters Priz xx (von Raufbold xx, einem Sohn des Oleander xx). Sie stammt aus einer Mutter von Vodopad, in dessen Pedigree sich Dampfross, Tempelhüter und Hyperion mehrfach treffen.

Hier gilt also: PILGER x PYTHAGORAS x BLUT = Sport

Fee ins Spiel gebracht, finden wir Blut über Ihren Vater Bonaparte N AA, Pilger über den Muttervater Sarafan  und Pythagoras über die mütterliche Großmutter. Und noch einmal gibt es Blutanschluss auf keinen „schlechten“: Prunus xx, der Vater des Oleander xx, ist auch bei Bonaparte über dessen Großmutter (mütterlicherseits) und Urgroßmutter (väterlicherseits), Märchenfee xx, erneut vertreten.

Ein hoch interessantes Projekt mit Sprungfedern im Blut wie wir finden! Diese Kombi hätte alles was wir mögen und ließe die aus, die wir eben nicht mögen und nicht wollen.

Über Waitaki haben wir schon im letzen Jahr bei Phlox geschrieben, mit Bezug auf Köhler stellen wir nur das Zitat von Holger Hetzel zu Waitaki noch einmal heraus:

“Waitaki ist als Springpferd ein Ausnahmepferd. Ich habe schon viele Pferde geritten, aber dieses Pferd hat besonders viele Vorzüge. Er hat ein ausgesprochen gutes Temperament, ist wirklich bereit zu arbeiten und gibt immer 100%. Waitaki ist 85% aller Parcours, die er gegangen ist, ohne Fehler gesprungen” 

Für das Jahr 2013 veröffentlichte die FN folgende Statistik für Waitaki:

Nachkommen-Lebensgewinnsumme: 118.126 €
Nachkommen-Jahresgewinnsumme: 19.952 €

Anzahl der erfolgreichen Nachkommen im zurückliegenden Datenjahr: 29; davon erfolgreich in S: 4

Anzahl eingetragene Sport-Nachkommen gesamt: 75;
davon erfolgreich: 58 / davon in Springen der Klasse S: 7

Fast die gesamte Waitaki-Nachkommenschaft ist im Parcours erfolgreich, einige Vertreter sind es aber auch im Busch: So z.B. Kaitika M, aus einer Machandel-Mutter stammend, die mit ihren internationalen Zwei-Sterne-Erfolgen im Mittelfeld der Top 100 Trakehner-Buschpferde 2013 rangiert.

Einige der frühen, erfolgreichen Waitaki-Nachkommen tun ihren Dienst mittlerweile im Ausland und fallen so durch das Raster der FN. Wenn aber über 40% der wenigen Nachkommen in M und S unterwegs sind, dann spricht das doch eine deutliche Sprache für Leistungsbereitschaft und Fähigkeit!

Grund genug einen Zuchtversuch zu wagen!