Türchen 13 – 2021 / Eine Sattelprobe der besonderen Art

Die Sattellage hat irgendwie ja schon immense Bedeutung beim Reitpferd. Wenn der Sattel nicht zum Liegen kommt, hat sich jedes Reiten erledigt, bevor es begonnen hat. Und jeder kennt vermutlich auch die Odyssees von Stallkollegen, die in Thema Sattel unternommen werden. Nicht selten ziehen diese sich über Monate/ Jahre, mehrere Sättel und den nicht unerheblichen Inhalt mancher Spardosen. Insofern nimmt die Sattellage des Sportpartners schon eine immens wichtige Position ein und Hans-Joachim Köhler beschrieb das ganze Pferd als Reitpferd gar als „wertlos“, wenn der Sattel nicht liegen kann und der Reiter somit nicht bequem sowie zweckmäßig sitzen kann.

Die reell konstruierte Sattellage bedingt eine Schulter in ausreichender Schräglage und einen weit in den Rücken auslaufenden Widerrist. Dies setzt den Reiter so in den Schwerpunkt, dass er das Pferd vor sich hat und die Schenkel in passender Lage zum Treiben kommen können. Der Rücken soll der vorteilhaften Sattellage dienen, das Reitergewicht mühelos tragen können und den von hinten gebrachten Schub schwingend durch lassen.

Die Stunde der Wahrheit kam dann für uns am Freitag Blümchen sollte ihren Sattel bekommen und auch für Fee sollte es etwas Neues geben. Hier musste dann die Reiterin mit 190 cm Körpergröße berücksichtigt werden und das bedingt – seit Freitag weiß ich es genau – knapp 120 cm Bein aufgeteilt in Ober- und Unterschenkel, die irgendwie untergebracht werden wollen.

Als Sattler hatten wir uns aufgrund der großen Auswahl an Herstellern und der damit einhergehenden Unabhängigkeit die Experten für Sattelfitting in Europa ausgesucht und Frau Just kam auch höchstpersönlich. Mit dabei ein Auto, dass voller Sättel war, die unserem Wunsch und den zuvor ausgetauschten Anforderungen entsprachen. Es bleibt schon hier zu konstatieren, dass die Auswahl und die Termin-Vorbereitung wirklich vorbildlich war. Auch die Anpassung im Folgenden war sehr gut, absolut sachlich und versiert.

Nicole und Blümchen starteten mit der Ausprobiererei und es wurden mehrere Sättel als möglich befunden und entsprechend getestet. Das Objekt der Begierde war schnell gefunden – ein Prestige VS-Sattel schmückt ab sofort Blümchen, die sich unter dem neuen Equipment sichtlich wohl fühlte.

Das Ganze passierte natürlich mit Fohlen bei Fuß und Bubba wusste mit seinen tollen Manieren zunächst am Putzplatz, wo er sich brav anbinden ließ zu beeindrucken und auch dann, als er brav mit seiner Mutter auf dem Platz lief.

Es folgte Fee und die Erkenntnis, dass mein gewünschter „Herr Ahlmann“ von Erreplus leider die o.g. Maße nicht abbilden kann. Schade! Mir gefiel er doch so gut!

Frau Just guckte, und meinte – das passt so alles nicht optimal! – schloss auch den anderen „Italiener“ ebenfalls direkt aus und marschierte los um den Amerigo zu holen… Ausprobiert. Ja, der ist toll! Seufz… – Der wurde es dann auch. Mit passend vorgeschnittenem Blatt für mein Bein. Nicht von der Stange, sondern so, dass es für Fee und mich 100% passt. „Das bestelle ich Ihnen lieber passend!“ – Kommt im März. Bis dahin wird es der Alte noch tun 😉

Fees Sattelprobe hatte natürlich dazu was von „Tanz auf dem Vulkan“ – Monte Bravo führte sich bockend und keilend auf, als hätten wir ihn die letzten drei Wochen eingesperrt und nicht kurz zuvor vom Paddock geholt.

Fee – wegen eines Phlegmons die letzten Tage out of order und das erste Mal wieder unterm Sattel – fühlte sich von ihrem Sohn animiert, wurde was kribbelig, holte schon ein paar Mal Schwung und ich habe zwei, drei Mal gedacht, „wenn ich da jetzt mit dem Bein dran gehe, sitze ich beim Nachbarn im Teich…“ 🙂

Frank stand am Zaun und hatte (Schaden)Freude 🙂

Frau Just fand es auch was lustig.

Ich habe wortreich erklärt, das es beim nächsten Termin nicht mehr so wild wird, weil Fohlen abgesetzt und Stute regelmäßig geritten 🙂

Im Folgenden ging es weiter zum Flieger, der bekam nämlich auch noch einen neue Sattel an dem Tag.

Natürlich haben wir uns schon gefreut, dass unsere Fohlen und ihr Handling an dem Tag so beeindrucken konnten und auch positives Feedback bekamen, aber unabhängig davon, hat die Firma Anke Just einen sehr guten Job gemacht. Das war wirklich von A-Z professionell und wir haben uns gut aufgehoben gefühlt. Darüber hinaus ist die erste Kontrolle nach 4 – 6 Monaten im Kaufpreis des Sattels enthalten, was auch einen nicht zu unterschätzender Mehrwert darstellt. – Blümchens Sattel konnte direkt vor Ort bleiben und ich freue mich auf mein neues Schmuckstück im März 🙂

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