Türchen 8 – Von Feenstaub, Erfolgen und Beulen

Direkt vorab: Die im letzten Jahr angekündigte Niederrhein Hunter Tour war ein Satz mit x – Et wor nix! 🙂 Die Termine waren viel zu früh im Jahr und – siehe das Türchen zuvor – bei uns konnte es erst im Juni so richtig mit Training los gehen. Das haben wir dann mit großer Begeisterung wöchentlich auf dem Rodderberg genossen und ich freue mich, mit Dirk Schneider einen so tollen – und vor allem für uns gut passenden – Trainer gefunden zu haben. Wenn er sagt das klappt, dann klappt das auch – auch wenn die Buxe beim Anreiten gefühlt randvoll ist. 😉

Erstmalig turniermäßig los waren Fee und ich dann im August. Auf dem Rodderberg gabs eine Hunter-Tour, einmal Springen einmal Gelände. jeweils so im E-Bereich einmal springen, einmal Gelände.

Im Springen hadern wir noch immer sehr mit den Distanzen und es gab dann natürlich auch den obligatorischen Klotz in Distanz und Kombi – dennoch war ich vom Grundsatz her nicht unzufrieden, da es zunehmend besser gelingt auf die gerittenen Distanzen Einfluss zu nehmen 🙂 – immer häufiger vertraut Fee meinen Plänen – das war im letzten Jahr noch völlig anders. Aber – ich bleibe dabei, das Gekringel auf dem Platz ist nicht ihrs. 🙂

Dann Gelände – es war so toll!! Das ist Fees Element, lange Strecke vorwärts galoppieren! Am Tag zuvor und in der Nacht hatte es sehr stark geregnet, was zu etwas aufgewühltem Boden vor den Sprüngen führte. Kannte sie so noch nicht und ließ sie dann tatsächlich an den zwei Tiefsprüngen und am Wasser was zögern, einmal trat sie auch am 1. Tiefsprung zurück -> Verweigerung, aber egal! Der Rest war spitze im Rhythmus und das Gefühl zu den Sprüngen einfach phänomenal! Selten soviel Spaß gehabt beim Reiten!

Ein bisschen schade war es, dass die Wertnote für den Stil wohl nur ein paar Stellen vergeben wurde und da ausgerechnet unsere Rumpler drin waren so dass nur eine 6,3 blieb, auch wenn sie den Rest in Idealmanier, mit frischem Galopp und immer passend zum Sprung lief. Der Rodderberg ist ja hügeliges Terrain und man konnte vom Anhängerplatz einen großen Teil der „Bergtour“ einsehen. Nur wenige Pferde liefen die Tour mit einem solchen Galoppade und so offensichtlich mühelos wie Fee (trotz der ollen großen schweren Frau, die sie da mit sich schleppen muss.)

Nach der Hunter-Prüfung waren wir dann im September nochmal los. Stilgeländeritt der Klasse E. Die Anforderungen waren sehr nett, das Wetter mäßig und der Boden was buckelig (Kuhweide), was dann auch dazu führte, dass ich die zweite Prüfung (StilgeländeA) nicht mehr geritten bin. Ich hätte den Fee und mir sehr wohl zugetraut, aber ich hatte einmal im E das Gefühl, dass sie nach einer Bodenwelle was „unrund“ lief und man muss es ja nicht drauf anlegen.

Wir sind gut frisch unterwegs gewesen und ich war ganz zufrieden. Der Kurs ging konstant leicht bergauf oder leicht bergab, was wir ja aber von unseren Rodderberg-Trainingseinheiten gewöhnt waren. Ich war zweite Starterin, wartete mit einem ganz guten Gefühl auf meine Note, als die Reiterin nach mir an 4 stürzte. Rettungswagen (ein Finger war gebrochen), Pferd los usw. – Meine Note wurde nicht gesagt. Ging irgendwie unter.  Fee in den Anhänger gebracht, zurück zum Platz, das eigene Video geguckt und die anderen angesehen. Ich dachte bei mir, dass ich schon eine höhere 7 verdient hätte – aber man weiß es ja nie, in Bonn fand ich uns gefühlt auch besser als 6,3 …

Als die Prüfung zu Ende war, bin ich zur Meldestelle „Ich gucke schnell meine Note und dann können wir ja fahren“ – gucke dem Notenübertragenden über die Schulter – „Huch?! – Steht da ne 8?!“ Naja, also doch auf die Siegerehrung warten 🙂 – Und es war die einzige 8 🙂 / 2. Prüfung, gelbe Schleife – Tolle, tolle Superfee!!!!!

Das war jetzt nicht nicht Olympia – trotzdem hat es mich irre gefreut!!

Ansonsten: Wir waren viel los zum Training, in Aachen sind wir ein paar A-Springen geritten – mit Klotz natürlich… und dazu habe ich natürlich auch Bodenproben genommen dieses Jahr. Drei an der Zahl! Und immer stand mein Mann daneben. Vom Grundsatz ist es ja schön, wenn der Partner einen erdet, aber so??!! Und dass es immer so schmerzhaft sein muss…?!

Der Fehler war im Übrigen auch immer der Gleiche: Einen Tick vor dem Pferd gesprungen. Oberkörper zu weit vorne – und zack weg bist Du, wenn es was rumpelt. Vor allem, wenn der Oberkörper aufgrund des eigenen Gardemaßes nicht ganz so kurz ist…. Da wirken Fliehkraft und Erdanziehung. Ein neuer Sattel ist angedacht – ein bisschen mehr Platz fürs Bein nach vorne bei kürzerem Bügel wäre schön. Stabilisiert ja auch ein Stück weit den Reiter 😉

Nach wie vor bleibe ich in Fees und meiner Partnerschaft der limitierende Faktor, einige Male habe ich dieses Jahr gesagt bekommen, was sie für ein tolles Pferd ist sowohl im Training von als auch auf dem Turnier. Im nächsten Jahr soll es erstmal so weiter gehen. Alte-Frauen-Prüfungen und kleine Touren. Wenn es passt auch mal einen A-Geländeritt. Wir machen aber definitiv nur noch das, was uns beiden Spaß macht! Für alles andere bin ich eben doch schon zu alt!

Türchen 7 – Belle Francaise – Die vielseitige Zauberfranzi

Nachdem sich der Gedanke, dass Flieger gegebenenfalls Franks neues Reitpferd werden könnte mit Verkauf erledigt hatte, musste er sich wohl oder übel mit einer der zur Verfügung stehenden Damen „begnügen“. Glück war noch kein Thema, BabyBelle und Blümchen wieder tragend, Geräte-Fee war komplett aus der Diskussion – kurz: Es blieb also nur Franzi – ihr soll heute dieses etwas kürzere Türchen gehören.

Nach so langer Reitabstinenz war es schon eine Überwindung sich wieder aufs Pferd zu setzen, noch dazu auf ein relativ junges. Hinzu kommt, dass es sich ja bei Franzi um einen der sagenumwobenen, hochgradig gefährlichen Halbblüter handelt…

Eine Freundin, die sich Franzi nun seit dem Sommer mit Frank reittechnisch teilt und die sportliche Nutzung Richtung Gelände und Parcours ein bisschen vorantreibt, formulierte es beim ersten Ausprobieren treffend: „Ja schön! Da setzt Du Dich drauf und meinst Du könntest reiten!“ 🙂

Und so klappte das mit Frank und Franzi auch nah kurzer Zeit ganz wunderbar und Team FF konnte auch die erste Runde ausreiten. Und so verhalf unsere sitzbequeme und kooperative sechsjährige Franzi Frank zu wieder neu entdecktem Reitgenuss und Freude am Sport.

Wenn man das so überdenkt, dann kommt man nicht umhin festzustellen, dass es eben der etwas weniger schwungvolle Trab ist, der hier für den entsprechenden Komfort sorgt und dann dem rückengeschädigten Herrn in den Besten Jahren – man will ja nicht sagen „dä aahle Büggel 😉 – die Chance auf reiterliche Weiterentwicklung ermöglicht. Eine Erinnerung daran, dass standardisierte Maßstäbe in der Bewertung eben auch immer nur einen Blickwinkel widerspiegeln. Franzis 7er Trab vermittelt dem Reiter nämlich einen 12er Komfort ;-).

Bei aller Kooperationsbereitschaft weiß die liebe Franzi aber auch genau was sie möchte und was sie nicht möchte und verlangt ihrem Reiter eine gewisse Sensibilität im Umgang ab, sonst wird aus dem Sofa auch schnell mal ein Schleudersitz. Ein laut ihrer Interpretation unangemessen unwirsches Bein kann je nach Tagesform auch dazu führen, dass der Reiter eine Bodenprobe nimmt. – Auch das durfte Frank diesen Sommer erfahren. 🙂

Sportlich ging es – wenn auch mal wieder viel zu spät in der Saison – ebenfalls weiter. Sie war einmal mit zum Turnier in Aachen, erreichte einen zweiten Platz in einer Reitpferdeeignung, drehte eine erste gute Runde im A-Springen und machte ebenfalls erste Erfahrungen in Geländetrainings, wo sie sich ehrgeizig und vermögend zeigte.

Besonders beeindruckend war es, als wir einmal auf dem Rodderberg lange Strecke unterm Reiter galoppieren konnten und Franzi den Warp-Antrieb für sich entdeckte. Da konnte man doch die angloarabischen auf Rennen spezialisierten Vorfahren erahnen. Eine solche Beschleunigung konnten wir bislang nur auf der Weide beobachten, wenn sie Lust hatte das Feld von hinten aufzurollen – im Sommer hatten wir es das erste Mal unterm Reiter.

Richtung Turnier und Busch ist im nächsten Jahr in jedem Falle mehr geplant, aber es zeigt sich einfach immer wieder, dass dem Tag trotz allen Engagements nicht mehr als 24 Stunden abzuringen sind und berufliche Anforderungen die Freizeitaktivitäten limitieren. Aber die sportliche Bestätigung der vergebenen Exterieur-Benotung zur Erreichung des tatsächlichen Prämienstatus‘ steht noch aus und das möchten wir in jedem Falle noch abschließen.

Der Einsatz als Zuchtstute ist erst in zwei oder drei Jahren wieder geplant, erstmal wollen wir jetzt ein wenig die Freude an ihr als Reitpferd genießen. 🙂

Türchen 5 – Landesstutenschau – Logistische Höchstleistungen und qualmende Socken

Wir haben das Thema in den ersten Türchen schon immer am Rande gestreift: Der Trakehner Zuchtbezirk Rheinland hatte am 25. August zu seiner achten Trakehner Landesstutenschau ins Pferdezentrum Schloss Wickrath geladen. Neben den Altersklassen und der gewohnten Halbblutklasse gab es erstmalig auch eine Klasse für Springbetonte Stuten und eine Klasse für Sportstuten. Eingebettet ins Programm war on Top auch das Fohlenchampionat.

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Türchen 4 – Belle Aimée, die Zauberprinzessin und wie aus Nathan Satan wurde…

In diesem Jahr hatten wir es zum ersten Mal: Ein Einzelkind! Am 27. März kam BabyBelles Tochter zur Welt. Und wie es so bei den Einzelkindern ist, wurde sie innerhalb von kürzester Zeit zur von allen geliebten und betüddelten Prinzessin. Dazu übertraf sie unsere Erwartungen. Unser Zuchtleiter hatte die Anpaarung gar als „recht mutig“ bezeichnet, vermutlich vor dem Hintergrund dass Vater Nathan de la Tour auch kein zierlicher Spiddel ist und BabyBelle ja von bösen Zungen auch schon mal den Spitznamen „Kolossos“ verliehen bekam.

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