Türchen 18 – xx + ox = AA… Die Väter für 2014

AK18In 2014 erwarten wir nach Masurenfee in 2011 und Belle Francaise (aka Franzi) in 2013 wieder zwei Fohlen von angloarabischen Vätern.

Die erste Anpaarung dieser Art hatten wir in 2010 aus dem Bauch heraus entschieden, Bonaparte N konnte uns damals mit seiner Tour im Hamburger Derby so begeistern, dass wir den Sportler spontan für die etwas blutleere Mirage wählten. Die Ausrichtung war klar – Springen und Busch. Das Produkt der Anpaarung, Masurenfee, wird 2014 drei Jahre alt und wird ihre Stellung als einer unserer Zuchtstuten einnehmen (siehe hierzu auch Türchen 15).

Im Hinterkopf habend, dass „Verdenas Blut braucht“ und nach Pedigreeanalyse entschieden wir uns dann in 2012 für Icare d’ Olympe AA, den Zuchtleiter Lars Gehrmann im Hengstbuch des Trakehner Verbandes unter anderem als einen abgeklärten und charakterlich vornehmen Spitzensportler, der in seinem Heimatland Frankreich als Dressur-, Spring- und Vielseitigkeits-Pferd mehrfach einer überdurchschnittliche Eigenleistung unter Beweis gestellt hat, beschreibt.

Über Denouste ox ist Icare d’Olymp mit vielen bedeutenden Vererbern der letzten Jahrzehnte verwandt. Inschallah AA, Cacir AA, Pancho II, Matcho AA und Upan la Jarthe AA seinen hier nur stellvertretend noch einmal genannt. (Ein detailliertes Portrait zu Icare d’Olympe AA haben wir im letzten Jahr veröffentlicht, dieses ist unter den „Gewählten Vätern“ einsehbar.)

Als am 17. April diesen Jahres Franzi geboren wurde, übertraf sie alle Erwartungen! Ein Spitzenfohlen! Was macht man also? – Genau, man tut dasselbe noch einmal. Errechnet für den 08. Mai 2014 erwarten wir „Franzi reloaded“.

Blieb noch die Entscheidung für Oksana zu treffen, für die nur noch der Natursprung in Betracht kam, da sie in der Besamung bei den letzten Versuchen nicht mehr aufnahm. Für Oksana waren uns zwei Dinge bezüglich des anzupaarenden Hengstes besonders wichtig: 1. Lange Linien und 2. Allerbestes Interieur. Nicht, dass Letzteres zu Missverständnissen führt: Oksana hat einen tollen Charakter, kann aber einen gewissen „Griff“ zeigen, wenn ihr was gegen den Strich geht. Man nehme beispielsweise die Wurmkur: Geht diese bei allen anderen ohne viel Gewese, und zum größten Teil ohne dass dafür überhaupt aufgehalftert werden muss, „hinein“, so ist bei Oksana das Halfter ebenso zwingend notwendig, wie sie fünf Schritte rückwärts macht, bis sie dann schließlich mit dem Hintern an der Wand steht. Dann wird noch versucht, über geschicktes Eindrehen des Halses in Richtung Wurmkur-Geber, diesem die Applikation der selbigen zu erschweren.. – bis die gehasste Paste schlussendlich drin ist und Madame hochnotbeleidigt in der Ecke steht….

Das alles ist mit Phlox beim Blümchen schon wirklich Klasse geworden, aber wir wollten bei Oksana auch mal das System „Blut-zu-Blut“ probieren und so wurde also das springgewaltige Interieurwunder Ismahn AA zum Vatertier erkoren. Ende Mai gings in die Rhön: Ausgeladen, einmal gedeckt, eingeladen, nach Hause gefahren … 18 Tage später der Befund: Tragend! 🙂

Zum Protagonisten:

Ismahn wurde am 19. April 2005 in der bekannten Zuchtstätte von Doris und Thomas Wehner geboren, wurde 2009 in Alsfeld vom ZSAA gekört und erhielt die Verbandsprämie der Sektion Angloaraber. 2010 wurde er Reservesieger der Hengstleistungsprüfung (Feldprüfung) der VZAP in Hünfeld (WN: 7,85). 2011 wurde Ismahn in Münster-Handorf vom Trakehner-Verband anerkannt.

Das Magazin Cavallo schrieb anlässlich dieser Anerkennung: Ismahn beeindruckte das Publikum und die Körkommission im Freilauf und besonders im Freispringen, wo er sein enormes Vermögen, sein schnelles Vorderbein und seine Intelligenz glänzend unter Beweis stellte.

Diesen Eindruck können wir nur bestätigen! Beweglich wie eine Katze, mit sehr guten Reflexen und absolut positiver Einstellung kam der zudem noch traumschöne, braune Jüngling daher!

Aber das war es noch nicht alleine, was uns so für den Hengst begeisterte. Es war das Erlebnis, ihn anlässlich des Trakehner Bundesturniers vier Tage lang begleiten zu dürfen, es war eine Freude ihm und seinem jugendlichen Reiter Jonathan zuzusehen. Und am Ende des Turniers hatte Ismahn bei den „Spitznamen“ Schleifenpony weg, denn wo er auch gestartet war, stand er am Ende auch in der Reihe!

Überragend war Ismahns Einstellung! Wir erinnern uns, dass er im Springpferde-L richtig groß an einen Oxer kam, Jonathan „hopp“ rief und Ismahn dann eben auch schlicht „hopp“ machte. Wenn er nicht gewollt hätte, dann wäre da wirklich ein Grund vorhanden gewesen, denn Kopf wegzuziehen…

Ein anderer Vorfall ereignete sich als Jonathan und Ismahn gerade im Parcours waren und sich ein anderes Pferd los riss und auf den Springplatz stürmte. Völlig unbeirrt davon brachte der Hengst seinen Job zu Ende. Auch hier hätte man ihm ein anderes Verhalten wirklich verzeihen müssen.

Karin Schweiger berichtet auf der Homepage des VZAP über ein sehr erfolgreiches Wochenende:

E.H. Marek x und sein Sohn Ismahn AA erfolgreich beim Internationalen Trakehner Bundesturnier 

Mit einer ganzen Windschutzscheibe voller Schleifen konnten Jonathan Marquardt für den Stall WR Sportaraber und die beiden Hengste E.H. Marek x und Ismahn AA die Heimreise vom Internationalen Trakehner Bundesturnier in Hannover antreten. 

Die Hengste – beide schon mit Meriten u.a. in ihren HLPs – zeigten im Feld der Trakehner nun unter einem jugendlichen Reiter, zu welchen Leistungen sie fähig sind und welche Leistungsbereitschaft und Top-Umgänglichkeit sie auszeichnet. Insgesamt zwölf Platzierungen nahmen Jonathan Marquardt und die beiden Angloaraber aus Hannover mit. Von der Dressurreiterprüfung Kl.A (3. Platz mit Ismahn) über Stil-Springen Kl.A (4. mit Ismahn und 6. mit Marek), A*-Springen für U25 (7. mit Marek), A**-Springen (Sieg mit Ismahn) und Springpferdeprüfung Kl.L (5. mit Ismahn) bis hin zur Geländepferdeprüfung Kl.A (6. mit Ismahn, Wertnote 8,1!) und Stil-Geländeritt Kl.A (4. mit Marek) waren Jonathan und die beiden Hengste fast überall platziert, wo sie starteten. […] 

Jonathan wurde 2011 außerdem auf Ismahns Vater Marek Viezemeister der hessischen Vielseitigkeitsjunioren, Ismahn selber führte er schon in seiner ersten Saison bereits zu einem L-Sieg im Gelände.

Auch die Saison 2012 war spitze und 2013 begann gut. Der Hengst machte im Sport einen guten Job und widmete sich erstmalig dem Deckgeschäft. Das ging prima parallel – auch das ein Zeichen seines guten Charakters.

Aber sportlich und züchterisch erwischte es den Hengst dann direkt zu Beginn der Saison hart: Oksana war seine erste Trakehnerstute und musste auch erst einmal die einzige bleiben, denn er verletzte sich auf einem Turnier, brach sich das Hufbein -> Boxenruhe und Rekonvaleszenz für den Rest des Jahres. Schade, wenn man bedenkt, dass Jonathan diesjährig in M „angreifen“ wollte…

Trotz des frühen Ausfalls, konnten die beiden die Lebensgewinnsumme des jungen Hengstes 2013 um 175,00 € auf 1.701,00 € steigern. Auf dem Erfolgskonto stehen Siege in Springen und Gelände bis zur Klasse L und in der Dressur Platzierung bis L** – das ist mehr als ordentlich, wenn man bedenkt, dass der Zeitraum Ende Juli 2011 begann und im Mai 2012 vorerst endete. Unsere Daumen für eine vollständige Genesung und baldiges Come-Back sind feste gedrückt!!

Neben all diesen positiven Eigenschaften, bringt Ismahn ein interessantes Pedigree mit: Sein Vater, Elitehengst Marek, war Reservesieger der Körung 1998 und Europa-Champion 2002 in Ungarn. Er hat zwei HLPs absolviert: Die erste beim VZAP in Neustadt/Dosse schloss er mit 7,92 ab. Anlässlich der zweiten bewährte er sich in Marbach beim 70-Tage-Test, wo er in Konkurrenz zu Warmblütern einen hervorragenden 4. Platz belegte (Gesamtindex 112,91). Im Charakter gab es die 10!

Damit tritt er in die Hufspuren seines Muttervaters Pedro ox, der in Medingen die HLP gewann und auch Mareks Mutter Mona x, aus direkter Anpaarung zwischen Vollblutaraberhengst und englischer Vollblutstute, war Elitestute und in jungen Jahren Juniorenchampionesse.

Sportlich hat sich Marek mit Siegen in Springen bis Klasse M, Dressur und Vielseitigkeit bis Klasse L in Szene zu setzen vermocht.

Als Vater für Marek zeichnet Le Tigre, dessen Großvater wiederum ein Linienzuchtprodukt auf die großen Fetysz ox (31,3%) und Bakszysz ox (18 %) ist, was Ismahns Anpaarung an Trakehner Stuten ebenfalls interessant macht.

Ismahns Mutter Inka IV (*1990) trägt ebenfalls den Elitetitel des VZAP und ist eine Tochter des bekannten Bouquet AA, dessen Karriere mit einem hervorragenden Abschneiden bei der Araber-Hengstleistungsprüfung in Medingen 1990, bei der er mit überdurchschnittlichen Noten für Rittigkeit, Springvermögen und Geländeeignung glänzte, begann.

Insgesamt wurde er in Leistungsklasse I eingestuft und belegte den zweiten Platz unter 15 Teilnehmern. Es folgte sein Sieg bei der Körung in der Kategorie Angloaraber im selben Jahr. Am Ende des selben Jahre wurde er – bereits Eigenleistungen im Parcours vorweisend – vom Trakehner Verband anerkannt, in 1993 folgte die Anerkennung für Oldenburg und Holstein. Bouquet war selber siegreich in Springen bis zur Klasse M, 110 seiner Nachkommen hat die FN mit einer Nachkommenlebensgewinnsumme von 73.173 € registriert. Vier Nachkommen starten in Kasse S (1 Dr. / 3 Spr.)

Prominentester Nachkomme dürfte wohl der ebenfalls bei den Trakehner anerkannte Benedict N sein. 23 Siege und 15 hohe Platzierungen in Reitpferde- und Eignungsprüfungen sowie in Springpferdeprüfungen der Klassen A und M – meist in Konkurrenz zu Holsteiner Pferden. Höchstnoten im 100-Tage Test für seine inneren Eigenschaften – je eine 9,0 für Charakter und Temperament sowie die 10,0 für Leistungsbereitschaft und Konstitution –, aber auch Freispringen, Springanlage und Rittigkeit sowie Schritt und Galopp im Training wurden mit 8,0 und besser benotet. „Mit seinem überragenden Galopp, Sprungvermögen und Interieur ist er eine Bereicherung für die Trakehner Zucht“ kommentierte Zuchtleiter Lars Gehrmann seine Vorzüge. 1998 ging er in den Beritt von Jarno Debusschere: Bereits die ersten Starts mit Benedict in L-Springen und einer A-Geländepferdeprüfung brachten Platzierungen ein, und nach nur wenigen Wochen siegte das Paar in der Landesmeisterschaft in Rheinland-Pfalz, einer Vielseitigkeitsprüfung der Klasse L. 1999 folgten weitere Siege und Platzierungen in Spring und Geländepferdeprüfungen der Klasse L – nicht zuletzt wurde Benedict Geländepferdechampion beim Trakehner Bundesturnier in Köln. Auch internationale Starts wurden erfolgreich absolviert, so wurde der gebürtige Belgier Debusschere mit Benedict auch belgischer Vizemeister in Belgien 1999. Mitte 2001 wurde das Paar Vizemeister bei der rheinischen Landesmeisterschaft, einer Vielseitigkeitsprüfung der Klasse M – sie bleiben als einzige im Cross und im Parcours ohne Fehler. Weitere Erfolge mit Platzierungen bis CIC3* schlossen sich – auch unter anderem Beritt – an.

Ismahns Muttervater Don Pedro xx, war ein 1972 geborener „Schlenderhahner“, der ebenfalls für die Trakehner Zucht anerkannt war. Sein bekanntester Trakehner Nachkomme dürfte wohl die 1986 geborene Stute Begelly sein, die mit ihrer Reiterin Malin Hansen-Hotopp internationale Erfolge verbuchen konnte: 1996 gab es einen dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft der Jungen Reiter und im selben Jahr wurde das paar neunter in der Einzelwertung und Sieger in der Mannschaftswertung im CCI***-Parcours der Europameisterschaft in Wiendorf / AUT. Ein Jahr später hieß es dann vierter bei der Deutschen Meisterschaft, zehnter in der Einzelwertung der Europameisterschaft und Silber mit der Mannschaft.

Der VZAP körte auch einen Sohn des Don Pedro, Dorpas AA, der u.a, Vater des erfolgreichen S-Springpferdes Don Caster AA ist.

Ismahn ist frei von Linienzucht – lediglich seine Mutter bringt Bajar, ein Produkt einer Vollgeschwisterpaarung, mit hinein. Bei Oksana fällt in den ersten fünf Generationen lediglich eine Linienzucht auf ALTAN auf, ihre Mutter Ovation ist vorherrschend in Linie auf Pregel / Tropenwald gezogen.

Interessant wird es unter Linienzuchtgesichtspunkten in der Verpaarung von Ismahn und Oksana dann erst hinten raus:

Borealis xx schlägt in Genration fünf über Swazi xx auf der Mutterseite und in Generation sieben über Don Pedro xx auf der Vatersteite zu Buche. Magnat xx in sechs und sieben je einmal, Ticino xx viermal (M6/1, V7/2, V8/1) und im Urschlamm des Pedigrees tummeln sich dann St.Simon xx, Teddy xx, Bay Ronald xx und Dark Ronald xx.

Ein paar Daten noch zu Ismahns naher Verwandtschaft:

Zenit von Le Tigre
Siege und Platzierungen in Dressur (M**), Springen (L), der Vielseitigkeit CIC*
(bescherte seiner Reiterin Monika Seufert unter anderem den Titel der “erfolgreichsten Vielseitigkeitsreiterin im Kreisreiterbund”)

Mannomann v. Marek x AA
brillierte beim Freispringwettbewerb des VZAP mit makelloser Technik und enormem Vermögen. Er setzte sich mit einer beeindruckenden Wertnote von 9,66 souverän an die Spitze seiner Klasse und gewann damit auch die Gesamtwertung.

Isabeau – Vollschwester zu Ismahn
Prämienstute des Trakehner Verbandes
Siege und Platzierungen in Dressur (L), Springen (A), der Vielseitigkeit (A)

Ismahns mütterlicher Halbbruder Hill Dream AA
Siege und Platzierungen in Dressur (L), Springen (M), der Vielseitigkeit (CIC**)

Ismahns mütterlicher Halbbruder Glen Eagle AA
Platzierungen in Springen (L), Geländeprüfungen (A)