Türchen 1 – Pferdekenner und Fehlergucker

AK1„Pferdekenner und Fehlergucker – Kriterien für die zeitgemäße Beurteilung des Pferdes“ titelt das 1982 in seiner ersten Auflage erschienene Werk von Hans Joachim Köhler. Auch mehr als 30 Jahre nach seinem Erscheinen und trotz aller vermeintlichen Fortschritte, die die Pferdezucht gemacht hat, hat das Werk dieses großen Hippologen noch heute Bedeutung.

Auf unserer vorweihnachtlichen Reise laden wir zu ein wenig Lektüre ein, gestatten uns die Interpretation von Texten und schlagen die Brücke zu den Repräsentanten unserer Zucht. 24 Tage wird es heißen „Trakehner-SF und was wohl Hans-Joachim Köhler so dazu eingefallen wäre…“

Zwei Zitate des Buches sollen aufgrund ihrer Aussagekraft in diesem ersten Türchen Verwendung finden und zeigen schon wohin unsere literarische Reise in den nächsten 24 Tagen gehen wird ;-):

Man kann es drehen wie man will: Zu allen Zeiten fällt fälschlicherweise meist der erste Blick des Pferdebeschauers auf Beine und „Fehler“. Damit wird ein optisches Abtasten des Exterieurs eingeleitet, eine Suche nach Fehlern, bevor überhaupt eine Beziehung zu dem Geschöpf, das dem Menschen als „Gebäude“ gegenübersteht, regungslos, während es durch vielerlei Augenpaare in einzelne Teile zerlegt wird – um sich nachher doch möglicherweise konformiert zu zeigen und seine wirkliche Werte oder Unwerte erst dann zu offenbaren. Oder umgekehrt: Nicht zu halten was es als „Denkmal“ versprach.

Und

Ein Zuchtpferd kann niemals zuviel Reitpferd sein!