Türchen 5 – Monte Bravo, unser „Mister America“

Fee ist ja als schneller Brüter und gut für Überraschungen bekannt und schon alleine aus diesem Grunde steht sie ab dem 310. Trächtigkeitstag unter Überwachung. 325 Tage dauerte es dann, bis ihr Sohn am 05. Juli um 22:20 das Licht des abendlichen Stalls erblickte.

Zwar kam auch er zehn Tage vor errechnetem Termin zur Welt, aber im Gegensatz zu seinem Stallkollegen BUBBA war er fertig entwickelt. Hier handelte es sich um einen geplanten „Auszug“ und ganz der Abstammung entsprechend, kam er sprichwörtlich ins Leben galoppiert. Er stand nach wenigen Minuten und bereits nach 2 Stunden hüpfte er im Kreis um seine Mutter.

MONTE BRAVO – so sollte der Name lauten, mit dem ihn seine Besitzerin Pam taufte und hier fehlt das „SF“ davor, denn als Züchter agieren wir hier in Zuchtgemeinschaft mit Pamela Duffy.

Genau betrachtet verkörpert Monte Bravo „Trakehner weltweit“ ganz wunderbar: Eine mexikanische Wahl-Amerikanerin und ein deutsches Züchterehepaar tun sich zusammen und belegen eine – von einem Angloaraber abstammende – Trakehner Halbblüterin, mit einem in Polen gezogenen Trakehner. 🙂

Dieser kleine Multi-Kulti lehrte seine Mutter in jedem Falle schon in den ersten Tagen das Fürchten, als er – nachdem er die Begrenztheit der kleinen Weide erfasst hatte – immer Vollgas von dannen zog, ganz im Vertrauen darauf, dass Muttern schon hinterher kommen würde. Fee war wenig begeistert und vermutlich auch etwas überrascht, wie sehr sie sich schon jetzt anstrengen musste hinterher zu kommen. Erlebt sie nämlich auch nicht allzu häufig.

Che bravo!! – Gerät 4.0 🙂

Was das Bocken, Springen und Rennen anbelangt ist er ein echter „M“ mit Dampf im Hintern und Spaß am Gas. Und von Beginn an hatte er eine sehr eigene Meinung zu seiner Tagesgestaltung.

Aufstehen mal in aller Ruhe. Ganz anders als seine Mutter, die es immer eilig hat auf die Weide raus zu kommen und nach sich nach Möglichkeit dem Ziel in Maximalgeschwindigkeit nähert. BRAVO nicht. Gemütlich aufstehen und dann die Stallgasse entlang schlendern. Huldigungen der Menschen entgegen nehmen.

Muttern weg? – Egal, kommt sicher wieder.

Und wenn sie es dann mal nicht tat, wurde er wütend. Keine verzweifelten Fohlenrufe gab es, sondern nur protestierende und wütende. Das ganze gipfelte einen Morgen in einem regelrechten Starr-Wettbewerb. Fee war mit den anderen auf die hintere Weide gelaufen (ca. 400 Meter), Bravo war vorne am Tor stehen geblieben. Fee rief. Bravo rief auch. Fee kam ihm ein Stück entgegen. Rief wieder. Er auch. Bewegte sich aber kein Stück in ihre Richtung. Schließlich hat er das Duell gewonnen, sie kam zurück und hat ihn abgeholt. Dann, einmal richtig wach mehrere Runden High-Speed-Training rund um die Weide. Trinken, Schlafen, Vollgas und wieder von vorn.

Das erste Mal, als TUI ihn kennenlernen wollte, gabs für den direkt auf die 12! Kein Drohen und schon gar kein Flüchten vor dem viel größeren und mächtigeren Stallkollegen – BRAVO wollte das nicht und zack, hatte der arme TUI auch schon eine hängen.

Am Abend seiner Mutter nachlaufen in die Box – ach woher und wozu? Scheune besichtigen, Schwester Glück besuchen oder den Hof inspizieren.

Wir durften festhalten: Morgens nicht rauskommen und abends nicht ins Bett zu kriegen. Fast als wären wir verwandt …. 🙂

Als BRAVO vier Monate alt wurde, habe ich wieder angefangen Fee zu reiten, es ging direkt raus ins „Gelände“, sprich am Ende vom Dorf rund um die Felder. Auch hier zeigte er sich von Beginn an mutig, neugierig und forsch. Bergauf und bergab, trittsicher und mit Freude bei der Sache. Lediglich um meine Knie musste ich bangen, denn wenn wir galoppierten bockte und keilte es neben seiner Mutter her.

Das sprichwörtliche Hausfrauenpferd wird BRAVO sicherlich mal nicht. Aber das ist ja eigentlich seine Mutter auch schon nicht, wenn wir ehrlich sind 🙂 – Und vor allem und ganz wichtig: Das war auch nicht das Ziel dieser Anpaarung. Pam wollte ein Pferd mit Perspektive für den Busch und das hat sie ganz sicher bekommen!

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