Türchen 5 – Mistiges kleines Zeckenvieh

Nach der humorigen Geschichte von gestern heute nun ein Krankenbericht.

Im Prinzip lagen wir uns ob der Bewegungsqualitäten die Mini-M in den ersten Wochen zeigte noch freudentaumelnd in den Armen und hatten gedanklich auch schon ein in Richtung Schmerzensgeld gehendes Preisschild dran gehangen, als die arme kleine Püppi abends leicht humpelnd von der Weide kam. Lahm vorne links. Die erste Idee war, dass sie einen Tritt gegen die Schulter abbekommen hat Nerven in Mitleidenschaft gezogen warn und das Vorführen des Beins deshalb nicht mehr gelang. Direkt zu sehen war aber nichts.

Am nächsten Morgen war es nicht besser und wir haben die Tierärzting drauf gucken lassen. Wir haben dann den gesamten Schulter-/ Oberarm-Bereich sorgfältigst abgetastet und die Suche war mit Erfolg gekrönt: In einer Hautfalte, versteckt innenliegend, kaum von der Fellfarbe zu unterscheiden, saß ein mistiges kleines Zeckenvieh. Der Bereich drum herum war schon entzündlich warm und Mini-M schonte konstant.

Nun will man bei einem so kleinen Fuzzi ja nicht wirklich gerne direkt mit Entzündungshemmern um sich werfen und die Magengeschwüre direkt im Paket mitgeliefert zu bekommen. Wir entschieden uns für Einreibetherapie mit Traumeel-Salbe und Arnica. Es wurde langsam besser, brauchte aber drei Wochen, bis es wirklich ganz gut war. In dieser Zeit blieb es dann nur Portraits zu fotografieren 😉

Das Problem was aber nun auftrat, war, dass durch das Schonen die Sehnen und Bänder nicht genug zu tun hatten, um sich passend zum Wachstum – welches ja bekanntermaßen in den ersten Wochen Riesenschritte macht – weiter zu entwickeln. Plötzlich lief unser tolles, sportliches Mädchen so rumpelig wie ein Eimer Schrauben…

Bis dann tatsächlich die volle Beweglichkeit wieder hergestellt war und sich alles wieder passend zurecht gewachsen hatte, vergingen fast 10 Wochen.

Am Ende der Saison, gerade abgesetzt, zeigte sie sich dem stellvertretenden Zuchtleiter dann wieder so überzeugend, wie wir sie in den ersten Wochen sahen und wurde sehr positiv wahrgenommen.

Kleine Ursache, große Wirkung!

Die kleine mistige Zecke hat uns sicher einen frühen Verkauf vereitelt, denn repräsentative Videos kamen in dieser Zeit nicht zu Stande und wir mussten ein paar mal wegen „noch-nicht-fit“ absagen. Letztlich wurde so aus der Not eine Tugend, denn der Gedanke sie doch lieber zu behalten reifte beständig. – Der Plan sieht also vor, sie zumindest bis dreijährig zu halten und dann auf jeden Fall auch einmal ein Fohlen von ihr zu bekommen. Bei der ZSTE nochmal um den Preis der besten Springstute kämpfen und auch nochmal den Cup in Neumünster erreichen. – Das wären die nächsten großen Etappenziele. Bis dahin heißt es wie immer: Gesund bleiben!

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