Türchen 1: Belle Surprise nimmt Abschied von der Zucht

ak2016-1Genau neun Jahre ist es am heutigen Tage her, dass wir unsere Belle Surprise – unsere Belli – ersteigerten.

Unsere First Lady. Unsere „Liebe-auf-den-ersten-Blick“. Unsere Super-Mama. Belle hatte von Beginn an Sonderstatus.

Sieben Fohlen brachte sie seit 2008: Belle Sauvage von Karolinger II, Belle Pèlerine von Sarafan, Beau Cadeau von Finley M, Belgabad von Sixtus, sowie die drei Vollgeschwister Belle Francaise, Bel Francesco und Bel Re von Icare d’Olympe AA.

Belle Sauvage von Karolinger II:hexe2

Belle Pèlerine von Sarafan:bellebabybelle

Beau Cadeau von Finley M:
babybeau2Belgabad von Sixtus:
Belgabad_3T-9415

Bel Francaise von Icare d’Olympe AA
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Bel Francesco von Icare d’Olympe AA
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Bel Re von Icare d’Olympe AA
IMG_20852015 hatte sie eine geplante Pause und in 2016 belegten wir sie noch einmal mit Icare und sie wurde auch gut tragend. Belle war immer eine sichere Bank, die Mrs. Perfect unserer kleinen Zucht. Diese Ära ist nun zu Ende und wir nutzen dieses Türchen heute um sie an Ihrem neunten Jahrestag in unserem Besitz auch virtuell aus der Zucht zu verabschieden.

Es passierte diesen Sommer: Nach sechs Wochen Trächtigkeit muss Belli einen Rumpler auf der Weide gehabt haben, sie hatte starke Schmerzen, eine gestörte Motorik, erinnerte an einen Bandscheibenvorfall-Patienten. Die Tierärztin vermutete Spondyl-Arthrosen und dass da ggfs. kleine Frakturen erfolgt wären, ggfs. etwas schmerzhaft drückt. Da ging nur hochdosiert Schmerzmittel, Entzündungshemmer und Cortison. Bevor wir den Medikamenten-Cocktail untersuchten wir den Fortschritt der Trächtigkeit … und Belli hatte resorbiert. Gemessen an der Situation in der sich die Stute befand, muss man sagen „Gott sei Dank!“ Gott sei Dank in einem so frühen Stadium. Wie schrecklich wäre es gewesen, wenn die Trächtigkeit schon weiter fortgeschritten im sechsten, siebten Monat gewesen wäre und man hätte die schmerzhafte und schwankende Stute händeln müssen. Die Medikation ggfs. einen Abort verursacht hätte oder ein missgebildetes Fohlen…man darf gar nicht daran denken.

Glück im Unglück war, dass das Wetter schön war und die Pferde 24h draußen sein konnten, denn das kam ihr zu Gute. In der ersten Woche hätte es sonst bestimmt nicht funktioniert, sie so in ihrer Koordination gestört aus der Box nach draußen zu bringen.

Unabhängig davon, wie sich alles weitere entwickeln würde, wurde sofort die Entscheidung getroffen, dass Belle aus der Zucht ausscheidet. Und seitdem wächst die Hoffnung, dass sie sich wenigstens für eine schöne Rente berappelt. Sie ist direkt im Sommer umgezogen in den Laufstall, denn dauernde Bewegung tut ihr gut. Immer an ihrer Seite ist Mattes. Die beiden sind echt wie ein altes Ehepaar, das ist schon witzig. Die Herdenleitung hat ihre Tochter BabyBelle übernommen. Das im Übrigen sehr souverän und gerade in den ersten Wochen als Bewacherin ihrer Mutter. Denn die wurde flankiert zwischen BabyBelle und Mattes gegen alle anderen abgeschirmt. Die beiden Beschützer avancierten zu Drachen-Gräten und lediglich die Fohlen durften Oma Belle mal besuchen.

Für uns war es auch ein schwierige Zeit. Es ist zum Einen einfach erschreckend, wenn eine so gewaltige Erscheinung plötzlich in sich zusammen fällt, dünn, arm und alt aussieht und zum Anderen muss man bei allem Wunsch nach Genesung, das Wohl der Stute immer im Focus haben. Nicht aus Egoismus an etwas festhalten, dass möglicherweise besser ein Ende fände. Der geneigte Leser mag glauben, dass seither die eine oder andere Verzweiflungsträne geflossen ist. So war das gefälligst NICHT geplant! Geplant war ein letztes Fohlen in 2017 und dann in die Rente. Und nun stellt sich noch immer die Frage, ob sie letztere überhaupt genießen kann. Aber aktuell sind wir endlich verhalten positiv gestimmt. Sie wird munterer, nimmt ganz, ganz langsam wieder zu und behauptet nach wie vor ihren Rang gegenüber dem Jungvolk. Wir hoffen sie wird noch ein paar Jahre Oma sein. Wir kämpfen dafür!

Danke Belli!
Für Deine wundervolle Fohlen, für Deine Gesundheit, für Deine Umgänglichkeit und Dein tolles Wesen! Wir wünschen Dir eine lange und gute Rente und versprechen, dass Du sie genießen darfst, wenn Du willst! 

– Deine Eimerträger –

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