Tüchen 9 – On the road again!!

Nachdem uns Träumchen so begeisterte, haben wir uns noch einmal für NEGR entschlossen. Dieses Jahr stand allerdings nur die Option Natursprung oder TG-Besamung. Also ging es nach Follikelkontrolle und allgemeiner Freigabe der Tierärztin für den Natursprung schon in der Fohlenrosse 180 km in die Eifel. Nach Sefferweich. 270-Seelengemeinde im Bitburger Land. Viele Hügel. Viele Kurven… Aber so lernt man seine Heimat kennen, denn langsames Fahren mit Anhänger gewährleistet ja auch, dass Ortsschilder gelesen werden können und die Landschaft wirklich wirken kann.

Auf dem Hinweg, mussten wir feststellen, dass wir ganz offenbar in eine andere Klimazone fuhren. Wahn 22°, Sefferweich 12° – auf der Strecke gab es gar Regionen mit unter 10 Grad. Brrrrr! Und wir prima in T-Shirt und kurzer Hose! War klasse geplant.

Vor Ort angekommen, bekamen wir erstmal warme Jacken und dann wurde Blümchen dem Herrn des Hauses vorgestellt. Er fand sie top, sie ihn leider nicht! Blümchen mutierte zur Furie, eine Kein-Ohr-Stute, die nur um ihr Fohlen kreiselte.  Rosse = 0. Wir verlebten ein paar nette Stunden bei Jort und Annette, tranken lecker Kaffee, ließen Stute und Anhänger vor Ort, fuhren heim und hofften, dass die Liebe Blümchen beflügeln mochte… Dem war nicht so. Wir fuhren also drei Tage später wieder in die Eifel um das Blümchen abzuholen. 180 km. Viele Hügel. Viele Kurven…

Im nächsten Zyklus hieß es dann auf ein Neues!! Mit kontrolliertem Follikel und sichtbarer Rosse ging es wieder ab in die Eifel. 180 km. Viele Hügel. Viele Kurven…

Diesmal aber mit langer Hose und Jacken. – Man lernt ja dazu 😉 Bei Annette und Jort angekommen zeigte sich Blümchen im Stall ausgesprochen interessiert und rosste deutlich – Hip hip hurra! Alles vorbereitet, Träumchen wurde separiert, so dass Blümchen sie sehen, aber sie nicht dazwischengeraten konnte.

Als NEGR sich dann tatsächlich und wirklich näherte und keine schützenden Gitter ums Blümchen herum waren, wurde sie flugs wieder zur Kein-Ohr-Stute und dem armen Kerl flogen die Beine um die Ohren. Blümchen hatte nur „Fohlen beschützen“ im Kopf! Kurzentschlossen wurde umdisponiert. „O.K. dann versuchen wir es einmal mit TG…“ Stute und Fohlen aufgeladen und knapp 20 km weiter zu Ellen Weber gefahren. Nach Dudeldorf. 120 Seelen-Gemeinde. Noch mehr Hügel. Noch mehr Kurven. Noch schmalere Straßen. Aber Gottlob schon in Richtung Heimat.

Blümchen und Träumchen bezogen einen großen Laufstall. Wir haben uns nett von ihr verabschiedet und Ihr mitgeteilt, sie könne sich jetzt ganz genau überlegen, ob sie gerne Zuchtstute sein oder Wahn als Reitpferd verlassen möchte. Der Anhänger wurde abgekuppelt – Ab ging es die 160 km nach Hause.

Am Donnerstag meldete Ellen sich. Blümchen hatte gerade ovuliert, Zeitpunkt zur Besamung war ideal – kurz: Stute kann abgeholt werden. Da ich zu diesem Zeitpunkt aber schon ein Feierabend-Bier getrunken hatte, beschloss ich am nächsten Morgen um halb 5 in Wahn zu starten, um Blümchen um halb sieben einzusammeln, heim zu bringen und dann arbeiten zu fahren. Ja, Gleitzeit ist in der Tat ein unabdingbarer Luxus für in Beschäftigungsverhältnissen stehende Pferdezüchter.

In aller Frühe also ab auf die (leere) Autobahn und Vollgas in Richtung Eifel. 160 km. Viele Hügel. Viele Kurven… – Zu allem Überfluss habe ich dann beim Wechsel von A48 (ohne Tempolimit) auf A1 (100km/h) noch ein Erinnerungsfoto schießen lassen…. Für die Bildqualität war es unangemessen teuer, aber gut, was will man machen. Glück im Unglück, dass sie diesen irrwitzigen neuen Bußgeldkatalog wieder zurückgenommen hatten. In Dudeldorf unser Duo eingeladen, daheim auf die Weide gebracht und nach 18 Tagen dann die TU: Tragend! Letztlich also auch hier ein Schuss ein Treffer – aber Reisen in die Eifel haben wir für die nächsten Jahre wahrlich genug unternommen.

1 thought on “Tüchen 9 – On the road again!!”

  1. Es macht immer wieder Spaß, Euren Adventskalender zu lesen. Man bekommt das Gefühl, quasi zur Familie zu gehören. Vielen Dank dafür!

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