Masurennacht – Neuestes Mitglied der Familie der schnellen Brüter und derer, die eh machen was sie wollen….

Kinder kommen ja selten nach anderen Leuten und nachdem Fee uns bei Maracanã am 312. Tag narrte und uns ohne erkennbare Annzeichen morgens ein Fohlen präsentierte, sind wir bei unseren M’s was vorsichtig. Masurenglück wurde als zweite Tochter von Fee am 317. Tag geboren. Da waren wir aber schon auf unseren schnellen Brüter vorbereitet und hatten ein waches Auge auf die Kamera.

Als Glück nun sehr früh – am 312. Tag – mit den ersten kleinen, noch gelben Harztropfen aufwartete, waren wir nicht wirklich verwundert. Der PH-Wert ließ eine Geburt in den nächsten 7 Tagen erwarten. Am 315. Tag hing der erste weiße Tropfen dran und wir hofften, dass sie sich zumindest bis zum Wochenende Zeit ließ. Was sie dann auch tat und darüber hinaus die 6,2, die auf eine sehr nahe Geburt schließen lässt, bis zum Schluss ausreizte. Vier Nächte „tanzte“ sie, dekorierte ihre Box komplett um und stahl uns den Schlaf, nur um dann gestern (am 322. Tag), in einem unbeobachteten Moment ihre Tochter im Kreis ihrer Herde auf der Weide zur Welt zu bringen….

Kurz zuvor hatte Frank noch einen Blick drauf geworfen und als ich um 16:38 Uhr auf die Weide guckte, dachte ich, „Was hängt denn da an Glück?“….. Vor dem dunklen Hintergrund des Waldes war das neueste Mitglied der Herde bei seinen ersten Aufstehversuchen zu erkennen und ich raste (von 0 auf 100 in unter 3 Sekunden) in Croqs die Weide runter, denn im Geiste sah ich die Kleine schon den Berg herab in Richtung Wahnbachtalsperre kugeln. *

Mutter und Kind wurden dann mit vereinten Kräften den Hang hinauf und in den Stall verbracht. Die Nachgeburt ging zügig ab, Masurennacht fand das Euter schnell und Glück ist eine Traum-Mutter – besser kann das eine Erstgebärende nicht machen!

Zeit, das erste Mal befreit aufzulachen und zu konstatieren, dass 2020 nicht nur das Jahr ist, in dem Corona jegliche Normalität aufhebt, sondern auch unsere Stuten beschließen, einfach nur noch das zu machen was sie wollen! Da wird die Überwachung im Stall aufgerüstet – mittlerweile kann man von einem Kamera-Netzwerk sprechen – und geschlafen wird vom Züchter nur noch in den zugewiesenen Stunden. Und wofür? – Genau, für nix und wieder nix …

Masurennacht – der Name bleibt, auch wenn Sie am Tag geboren wurde – ist megafit und agil, sehr hungrig und entpuppte sich schon in der ersten Nacht als kleine Terrorzicke, die ihre Mutter immer wieder zum Aufstehen aufforderte um ihren Hunger zu stillen.

Wie immer kommen die Bilder er ersten Ausflüge in den nächsten Tagen an dieser Stelle.

* Anmerkung der Autorin: Im Nachgang betrachtet muss ich zugeben, dass mein Knie wohl eine etwas langsamere und vorsichtigere Gangart deutlich bevorzugt hätte, denn nun bin ich mehr als nur taktunsauber 😉

3 thoughts on “Masurennacht – Neuestes Mitglied der Familie der schnellen Brüter und derer, die eh machen was sie wollen….”

  1. Gut, dass es nicht nur uns so geht. Erinnerst Du Dich noch, dass ich nach schlafloser Nacht im letzten Jahr die Stute nur mal kurz auf den Paddock gestellt hatte, um die Bax zu misten? Und dann sprachlos vor einem mitten im Matsch liegenden Fohlen stand?
    Aber egal – Hauptsache alles geht gut, dann kann ich auf die Angstmomente bei einer Geburt gerne verzichten. Nochmal Glückwunsch zum Mädchen

  2. Ja Martina, ich erinnere mich noch gut. Wir haben dann gestern auch wirklich gelacht! Sie machen was sie wollen! Das Thema frühe Nabeldesinfektion war so natürlich nicht mehr befriedigend zu erledigen, aber nachdem sie einen guten, fitten Eindruck machte, war alles gut. GsD ist es eine Stute! ein Kerl wäre bestimmt in den Wald gepurzelt….

  3. Gratulation und alles gute für euch und eure Fohlchen!! Unsere kamen auch beide 2- bzw.3 Wochen zu früh… komisches Jahr, dieses 2020 !! GlG an euch alle

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