Masurenfee – Seit heute Prämienanwärterin und beste Halbblutstute der ZSTE Westfalen!

IMG_2610Was für ein Gebrassel!! – In aller Frühe ging es los. Die gute Fee schon am gestrigen Tag gewaschen, gezöpfelt, Füße geölt, Trense geputzt und mit BlingBling-Stirnriemen versehen…. in der Zeit kann man auch das komplette Haus inklusive Fenster (und wir haben viele Fenster!!) putzen. Verladen um sieben in der Frühe – erste Hürde überwunden, denn das gute Ross steigt souverän in den Anhänger. Gut 140 km ging es dann nach Hamm-Rhynern in Westfalen. Tolle Anlage, tolles Ambiente, nette Leute. Ausladen und ein internes Kopf-Memo verfassen: „Nicht mehr diäten, Anhänger fahren lässt die Kilos viel schneller verschwinden. Zumindest bei Fee. Gut ein Zentner ist wohl auf der Fahrt verschwunden…“ 

Das heilige Tier in die Box gesteckt, mit Kraftfutter und Heu versorgt, zurück zu Meldestelle. Pferd gemeldet, Zeitplan gecheckt, 10:30 messen. Gut 800m zurück zur angemieten Box, Bandagen runter, Gamaschen drauf, Schweif entfusseln, nochmal sprayen und ölen was das Zeugs hält, Fliegendecke drauf und zurück zum Messplatz. Gewusel von Stuten, irgndwann sind wir dran: 165 / 20.0

Es folgt das Freispringen, der Adrinalinpegel steigt.Hoffentlich, hoffentlich….. Rein in die Halle und erstmal Freilaufen vor dem Springen. Fee ist mit der Situation zunächst überfordert. „Wie jetzt, da stehen die Balken und ich darf nicht hin?Was soll ich dann hier?“ Sie bleibt im Galopp leider unter ihren Möglichkeiten und hält sich etwas fest. Schlussendlich schlug hier die 7 zu Buche – schade, da wäre mehr drin gewesen. Schritt gut und der Trab war auch ordentlich, wobei die letzte Losgelassenheit fehlte.

Dann endlich darf sie springen. „Wie jetzt? Die ganze Zeit hampelt der Peitschenfutzi da vorne rum und nun soll ich daaaaa hin??!!“ Das Hineinführen in die Gasse half, sie fühlte sich wieder zu Hause und sicher – Gutes Freispringen! Nicht das Beste, was wir bislang hatten, aber immerhin gut. Es gab die 8 für Vermögen und die 8 für die Technik.

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Nach Abschluss des Ganzen wieder die 800-m-Strecke zurück zur Box. Gelumpe runter vom Pferd, kurz drüberbürsten, Futter nachlegen (sie hat bis dato nicht gefressen, aber vielleicht das??) und die umgegrabene Box richten.

Mittagspause mit schmackhaftem Fast-Food, ups 13:30!! Um 14:00 geht es weiter mit der Dreiecksmusterung. Bekannter Weg zur Box, leise summend „I’m walking“. Einen Zopf reparieren, entfusseln, polieren und ölen – ab zum Dreick. Nächstes internes Memo „Auch wenn sie in fremden Boxen stehen, können Pferde an einem solchen Tag noch enormes Gewicht verlieren…“

Zurück auf dem bekannten Pfad zur Ausstellungsfläche. Startertafel?? – Nein. Die hängt vorne an der Meldestelle… toll, da gehört sie ja auch hin. Sichten der Kopfnummern. Immer wieder materialisieren sich quasi aus dem Nichts Pferde mit Nummern, die längst dran gewesen wären. Naja, wir warten eben. Dann irgendwann rein. Fee ist beeindruckt vom Ambiente und will eigentlich nur noch auf den Arm Ihres Führes. Für den Trab gibt es eine 7,5 und der Schritt ist wie immer gut, eine 8,0.

Aber alle diese Noten kennen wir zu dem Zeitpunkt noch nicht und lauschen so auf dem Schritt-Ring der Stuten gespannt, wer aus dem Ring sortiert wird, nochmal wieder kommen darf und für den somit klar ist, dass er die Prämienpunktzahl erreicht hat. 158! WIR!! Es fängt an aus Kübeln zu schütten, egal! Wir haben eine Prämienanwärterin! Unsere springede Halbblutanpaarung aus unserem zweiten Zuchtjahr erhält Prämienpunktzahl! Wow! Stolz! Freude!

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Mittlerweile schüttet es noch stärker und triefnass retten wir uns mit Fee in die Stallgasse. Zweiten Ring abwarten, um dann wieder auf den Endring zu gehen. Fee hat definitiv den Kaffee auf! Genug gestanden, gewartet und Ähnliches aus Pferdesicht vermutlich nutzloses Zeugs. Aber sie erträgt es tapfer.

Endlich dann der Endring. Im Gesamteindruck bekommt sie eine 8 und führt so 53 Punkte auf ihrem Konto. Prämienanwartschaft. Beste Halbblutstute der Show. Wir freuen uns!

“ Noch stark in der Entwicklung stehende Halbblüterin, die älteste Tochter des im internationalen Springsport erfolgreichen Angloarabers Bonaparte, die noch etwas kantig ist und in ihren Körper hineinwachsen muss. Mit großen Partien ausgestattete sportliche Stute, die vor allem mit sehr gutem Springen am Morgen zu überzeugen wusste.“

Raus aus der Halle und nach „abarbeiten“ aller Gratulanten zurück zur Box und eigentlich ist der Weg ja gar nicht so schlimm! Und auch nicht so weit! Wen kümmerts? Schließlich waren wir erfolgreich!!!

Zurück auf dem Ausstellungsplatz ein kleines Sektchen auf Fee mit all den Leuten, die uns die Daumen gedrückt haben und sich mit uns gefreut haben. Dann zurück zur Box, Fee verpacken und einladen. Auch das macht sie lieb. Steht weitere 141 km brav auf dem Heimweg.. und begrüßt mit einem wirklich erleichterten Wiehern ihre Heimat. Futter? Ja, hier schmeckt das wieder! Danke!

Danke Fee!!!! Du hast das heute toll gemacht, auch wenn es sicher nicht der Vorstellung einer Dreijährigen über einen echt coolen Pferdetag entsprach! Wir wussten, das Du gut bist und nun haben wir es auch schriftlich. Du hättest es wohl nicht gebraucht und es macht auch kein anderes Pferd aus Dir – aber so sind wir Menschen eben……

2 Gedanken zu „Masurenfee – Seit heute Prämienanwärterin und beste Halbblutstute der ZSTE Westfalen!

  1. Ich weiß noch, wie Du mich angerufen hast, Simone, und ins Telefon gebrüllt hast: „Ich hab ’ne kleine Insel!!!“
    Irgendwie war das doch gestern und warum ist die heute schon so groß und gewinnt auf der ZSTE? 😉

    Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Bestätigung, dass ihr mit Euren Zuchtüberlegungen auf dem richtigen Weg seid, und weiterhin so viel Mut für die Anpaarungen.

    LG Brigitta
    PS: Die große Insel lässt im übrigen fragen, ab wann sie für den Pas-de-Deux bereit stehen soll 🙂

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