Hengstvorauswahl mit x – „Dat war nix!“

Mirar

Mirar von Phlox aus der Mirage von Sarafan

Was für ein Frust! Zwei Tage vor dem Hengstvorauswahltermin zeigte sich bei Schmali und Turbo je eine leichte Schnoddernase und es kam wie es kommen musste: Am Dienstag Morgen begrüßten uns – trotz direkter Medikation am Montag – zwei verrotzte vor sich hin kötzelnde Jungs. Alles hin, die Vorauswahl geplatzt!

Zweieinhalb Monate haben wir die Jungs gearbeitet – für diesen einen Tag. Alles Essig! Es ist schon manchmal zum heulen…

Gott sei Dank, haben wir von Beginn an aus unserem Herzen keine Mördergrube gemacht. Die Vorbereitung lief für unsere zwei Kerls so kind- und artgerecht wie möglich. Bis zum letzten Tag waren Sie täglich gemeinsam auf Paddock und Weide, erst am Montag kam der Beschlag drauf und wir haben sie voneinander getrennt. Kein Boxenknast für die beiden! Fünf mal die Woche haben wir trainiert – Freilaufen, Longenarbeit und Freispringen im Wechsel. Sie haben sich toll entwickelt, haben willig gearbeitet, waren mit sich und ihrer Umwelt zufrieden und wir haben uns wirklich darauf gefreut, sie zu zeigen.

Ob sie ein Ticket nach Neumünster gelöst hätten? Wer weiß es – aber letztlich ging es darum ja auch nicht nur. Es ging eben auch darum, zu zeigen, was man in seiner Zucht so zu Stande bringt. Wir schreiben uns die Vielseitigkeit und das Springen auf die Fahne – man muss auch zeigen wollen, dass diese Ziele erreicht werden! Wir finden man darf eben auch stolz darauf sein, wenn man Pferde mit korrektem Fundament, guter Arbeitseinstellungen und  jeweils einem oder zwei ganz besonderen eigenen Highlights hat. Das perfekte Pferd – also sprich sieben mal die „10“ – wird es vermutlich eh nie geben.

Aber alles Jammern bringt nichts – Wir fühlen uns den definierten ethischen Grundsätzen des Pferdefreundes verpflichtet, von denen hier in diesem Zusammenhang einmal zwei herauszustellen sind:

2. Die Haltung des Pferdes muss seinen natürlichen Bedürfnissen angepasst sein. 

– Dies ist uns gelungen, trotz Vorbereitung für die Hengstvorauswahl!

3. Der physischen wie psychischen Gesundheit des Pferdes ist unabhängig von seiner Nutzung oberste Bedeutung einzuräumen.

– Und dies war nun die Verpflichtung, so deprimierend die  Situation auch gewesen sein mag!

Wie es weiter geht? – Nun müssen die Jungs erstmal gesund werden. Dann dürfen sie noch mal komplett auf die Weide. Turbo wird bald die Reise in seine neue Heimat antreten und ob unser Schmali als Hengst oder als Wallach in den Winter geht, ist bislang noch offen. Klar, die Gene die er führt sind selten geworden in unserer Population, aber vielleicht ist seine Zukunft als Wallach auch glücklicher … man wird sehen.

Ein kleines Video von Schmali haben wir trotzdem mal gedreht:

2 Gedanken zu „Hengstvorauswahl mit x – „Dat war nix!“

  1. Oh, wie frustrierend! Ich kann euch so gut verstehen!

    Schmali trägt seinen Spitznamen allerdings sehr zu Recht – aber Springen kann der Bengel prima. Ich wünsch euch weiterhin viel Spaß an ihm!

    Gruß
    Llewella

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