Türchen 17 – Familienrepräsentantinnen O66A

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Im dritten und letzten Teil geht es um die Familie unserer Masurenfee, Familie der Maricka O66A.  Mutterstamm unseres allerbesten Mattes und des allerallerbesten Morgenstern!Unsere Herzfamilie! – Nicht aufgrund irgend-welcher Meriten oder Prämientiteln oder was auch immer.  Das hat uns alles gar nicht interessiert, als wir damals unbedingt und zwingend eine Stute dieser Familie haben wollten. Es war die Einheitlichkeit ihrer Protagonisten in Charakter, Leistungsbereitschaft und Sportlichkeit!

Stammstute dieser heutigen Westfamilie war die 1938 geborene Marietta von Meerteufel. Eine Stute ostpreußischer Abstammung, 66. in der Reihenfolge ihres Jahrganges = O66A. Im Züchterhaus Blumreiter in Stobern / Ostpreußen wurde 1943 ihre erste Tochter und spätere Linienbegründerin Maricka geboren. O66A.

Auch Maricka erreichte in einem Treck den Westen, kam in Schleswig-Holstein an. Anfang der 1950er, im Zuge der Mechanisierung der Landwirtschaft stellten rheinische Züchter nach jahrzehntelanger Ausrichtung auf die Kaltblutzucht auf die Warmblutzucht um. Hierbei sollten Trakehner behilflich sein und so haben Züchter um Carl Bolten/ Zülpich-Enzen eine Reise in den Norden von Deutschland angetreten und durch Beratung von Dr. Schilke einige sehr gute Stuten ins Rheinland bringen können.

So fand Maricka eine Heimat im Züchterhaus Heinschke in Setterich, Nähe Aachen. Aus den Anpaarung an den bei Bolten stationierten Intermezzo fielen zwei Stutfohlen: Monika in 1952 und Monrey in 1954. Monrey wurde mit 158 cm / 1,2,2/2,2 für das Züchterhaus Kurt Schmitz / Burg Dreiborn eingetragen und brachte in zehn Zuchtjahren fünf Fohlen, von denen allerdings keines den Weg in den Sport oder die Zucht fand.

Monika war eine 161 cm große braune Stute, die mit 2,3,3/3,2 eingetragen wurde. Eingesetzt wurde sie zunächst im Heimatstall, wechselte dann aber noch zweimal den Besitz. In 19 Zuchtjahren brachte sie 10 Fohlen, darunter den gekörten Hessel von Hessenstein, der in der niederländischen Zucht eingesetzt wurde und dort einige sehr gute Zucht und Sportpferde hinterließ. Im Stamm seiner Tochter Ulissa finden sich neben einiger bis zu hohen Klassen in M und S erfolgreichen Pferden auch die Vererber Falco und Cocktail – letzterer selber bis Grand Prix siegreich und Vater des Starhengstes Jazz.  Fünf der sechs Monika-Töchter wurden in die Zucht genommen. Es waren Mondfahrt v. Kobalt (1957), Maya III von Reinald xx (1959), Monaco von Sterndeuter (1963), Mondäne von Helianthus (1968) und Maike (1969), ein Zwillingsfohlen von Donauwind.

Maike entwickelte sich sehr gut, erreichte ein Stockmaß von 1,56 m und wurde aufgrund ihrer züchterischen Leistungen zur Elitestute ernannt. Die Braune brachte bis zu ihrem Tod im Alter von 21 Jahren in 17 Zuchtjahren auch 17 Fohlen. Sie brachte die Stute Maiblume III v. Tannenberg, die Mutter des M-Dressurpferdes Mandant v. Vincent wurde, die Elitestute Marcia II, den in die USA gegangenen ZfdP-gekörten Morgenstrahl v. Tannenberg sowie eine ganze Hand voll erfolgreichen Sportlern in Dressur und Vielseitigkeit bis Klasse L.  Miss Goleightly von Sixtus, eine Enkelin der Maike, war siegreich in Dressur bis Klasse M und brachte im Jahr 2010 mit Montgommery 88  von Sky Dancer Dressurnachwuchspferd, der sich schon dieses Jahr in L-Dressuren bewähren und platzieren konnte. Eine Urenkelin der Maike, Mandjana von Friedensfürst sowie Ihr 1997 in NMS gekörter und prämierter Halbbruder Mataro  von Sir Shostakovich xx waren erfolgreich bis zur Klasse M. Mataro verschwand leider direkt nach der Körung ins Ausland.

Marcia II wurde im Hause Deerberg zweifache Hengstmutter (Märchenprinz von Ecuador xx und Manrico von Gipsy King) und Mutter des S-Fahrpferdes Manjana 42 von Jolly Jinks xx. Sie war dreijährig eingetragen mit 1.66/20.3 und der Bewertung 9,8,7/8,8. In zehn Zuchtjahren brachte die Stute 10 Fohlen, davon jedoch nur drei Stuten. Nur eine Tochter wurde für die Zucht registriert, Marianne von Bream xx und damit endet dieser Zweig.

Maya III v. Reinald xx wurde Mutter der beiden hessischen Landbeschäler Mandant v. Thor  und Mustafa v. Harfner sowie des M-Dressurpferdes Mon Amour v. Herbststurm. Ihre Tochter Mariza II v. Herbststurm wurde Mutter des M-Dressurpferdes Masurenklang v. Istanbul und des Beschälers Marius v. Insterruf, dessen bekanntester Nachkomme Karin Lührs Grand-Prix-Dressurpferd Conte Conyaro war. M-Dressurpfed Malinca von Hohenstein aus der Mary T Poppins von Mohammed war letzte Vertreterin dieser Linie im Sport in 2014.

Mondfahrts Töchter Mondschein und Monrovia v. Pelion, Monte Christi v. Irian und Mondlicht v. Primo waren hochdekorierte Ausstellungsstuten. Die älteste Mondfahrt-Tochter Maritta v. Pelion hinterließ der Zucht zwei Töchter, von denen Moni v. Reichsfürst mit vier Turnierpferden und vier zuchtaktiven Töchtern den Stamm auf eine breitere Basis stellte. Erfolgreichster Sohn der Moni war Mondego 6 von Schwarzdorn der gut 2Tsd Euro in Springprüfungen verdiente. Monis beste Tochter dürfte, vor allem unter Sportgesichtspunkten, die 1976 geborene Melodie XI v. Sternglanz sein.

Melodie

Melodie XI  brachte in 16 Zuchtjahren 13 Nachkommen – jeweils aus Anpaarung an den Carajan-Enkel Sarafan.

Im Mai 1991 wurde Mondsichel, die spätere Trakehner-Springchampionesse geboren. – Siege bis Klasse M zieren ihr Erfolgskonto. Mit Morgenstern (1992), Maskerade (1993) folgten weitere bis zur Klasse M siegreiche Parcours-Akrobaten. Moonlight (1994) erzielte Erfolge bis zur Klasse S. Der in 1997 geborene Merlin sollte der nächste Trakehner-Springchampion aus dieser Anpaarung werden und auch er lief dann erfolgreich bis zur Klasse S.

Maskerade schlug den zweiten Bildungsweg ein und war erfolgreich in Dressuren bis zur Klasse L. Auf dem Weg nach M in 2007 verletzte sie sich jedoch schwer an der Sehne, 2008 war dies gut ausgeheilt und ihre Besitzerin ließ sie in 2009 vom Siegerhengst Kentucky besamen. Wunschgemäß lieferte ihre „Maske“ das braune Hengstfohlen.

Mirage und Maravedi im Sommer 2009

Die beiden Melodietöchter Mirage (1996) und Merina (1998) wurden und werden nach wie vor werden als Jagdpferde eingesetzt. Melbourne (1999) war in Springpferdeprüfungen erfolgreich und wurde dann in die USA abgegeben.

Mirage wurde von uns für drei Jahre gepachtet und in 2008 erstmals als Zuchtstute registriert und belegt. Sie brachte uns in drei Zuchtjahren drei Fohlen. Maravedi in 2009,  Masurenfee in 2011 und Mirar in 2012. Masurenfees Lebenslauf ist hier auf dieser HP dokumentiert. 2014 Prämienstute und beste Halbblutstute der ZSTE in Westfahlen, 2015 mit ihrer Erstlingstochter Maracana ein blutiges Spitzenfohlen vom Icare d‘ Olympe AA. Für Juni 2016 tragend vom Prämienhengst und Springsieger seiner Körung Davidas.

Masurenfee 3 Wochen

Masurenfee im Alter von drei Wochen

Über 8000,00 Euro verdienten die sieben Nachkommen der Melodie XI unter Amateuren im Sport, 90 % davon im Springen. Bei bloßem Durchblättern der Sportpferdelisten eine beeindruckende Summe.

Generell brachte dieser Zweig der Stutenlinie über die Mondfahrt eine erkleckliche Anzahl von Sportpferden für die höheren Klassen, so unter anderem die Herbstglanzsöhne Marabou 3 (Dr. M) und Micado 28  (Spr. M), den Maat-Sohn Mars 26 (Spr. M), Master Two von Mark (Spr. M), Marcellus 13 v. Hartenstein (Dr.M) sowie Mon Petit v. Primo (Dr. S).

Wir kommen zurück zur obenstehenden Entscheidungsgrundlage für diese Familie: Es war die Einheitlichkeit ihrer Protagonisten in Charakter, Leistungsbereitschaft und Sportlichkeit!  Scheinbar zieht sich dies schon über Generationen. Da wären dann Herz und Kopf doch gar nicht so weit auseinander gewesen, hätte letzterer entscheiden sollen 😉

Am Ende des Sommers: Besuch der Landesstutenschau und Impressionen der Youngsters

Am 15. September reisten wir mit unseren Ladies zur Landesstutenschau im Rheinland. Mirage, Belle Surprise II –  beide schon 17 Jahre alt – und Oksana – schon 20 Jahre alt -starteten alle in der Ehrenklasse, eine Klasse, die nicht gesondert rangiert wird, die einzelnen Stuten erfahren jeweils eine ausführliche Besprechung.

Diese Besprechung nahm Herr Gehrmann vor und ging ausführlich auf die Qualitäten der jeweiligen Dame ein. Belles bedeutende Schulter-Hals-Formation, Mirages Lanbeinigkeit und Oksanas überragende Konstitution – keiner wollte glauben das unser altes Mädchen schon 20 Lenze zählt. Die junge Läuferin kam ordentlich ins Schwitzen, als Oksana noch einmal zeigen wollte, was in ihr steckt.

Selbstverständlich waren die Fohlen mit von der Partie, auch sie konnten Zuschauer und Zuchtleitung überzeugen. Locker und vom Fleck weg bewegten sich alle drei, zeigten viel Selbstbewustsein und Charme, Belgabad braucht wohl das große Publikum, denn er war der größte Angeber von den dreien. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um ein paar Fotos zu schießen, nachdem wir wieder zu Hause angekommen sind.

Belgabad, alias Turbo – sechs Monate alt:

 

Mirar, ehemals Schmali, nun ein properer junger Kerl – fünf Monate alt:

Und last but not least: Oka-Blümchen, unsere Püppi mit vier Monaten:

 

Maravedis Mutterseite (Tür 11)

Maravedis Mutterseite – Die Familie der Maricka O66A

Mirage vertritt die ostpreußische Stutenfamilie der Maricka, einen Stutenstamm, der auf schmaler Basis steht, jedoch mit einigen bemerkenswerten Zucht- und Sportpferden positiv aufgefallen ist.

Maricka war 1943 im ostpreußischen Kreis Schloßberg im Züchterstall Blumreiter geboren und kam nach dem Krieg zunächst bei Frau Heinschke in Setterich bei Aachen zum Einsatz. Nur mit einem Stern gezeichnet, war die Braune 1.60 m Stock groß und hatte 19,7 cm Röhrbeinumfang. Sie wurde mit 3,3,3/3,3 bewertet und 1953 auf einer Schau in Euskirchen im Rheinland mit einem II. Preis ausgezeichnet. Ihre züchterische Bilanz beläuft sich auf vier Fohlen in fünf Zuchtjahren, ihr einziger Sohn war als Turnierpferd eingetragen, blieb aber ohne Erfolge. 1956 verblutete die Stute beim Abfohlen. Weiterlesen

Maravedis Vaterseite (Tür 10)

Maravedi – Ein Blick auf seine väterlichen Ahnen

Das Pedigree von Maravedi liest sich wie das Who ist Who im (Trakehner-)Springsport.

Der Vater Hope of Heaven war Springsieger der Trakehner Körung 2007. Für die höchste Note im Freispringen erhielt er den Sonderehrenpreis, dabei verkörpert er zusätzlich klaren Trakehnerrassetyp mit gutem Auge und Rahmen sowie leichtfüßiger und schwungvoller Trabbewegung. Der durchdacht angepaarte Schimmel, der zusätzlich auch mit Typ, Takt und Elastizität punktete, spielte mit den Abmessungen.

Die Springbegabung des Hengstes kommt nicht von ungefähr: Sein Vater Alaskatraum ist Sohn des legendären Abdullas aus einer Habicht-Mutter und selbst hocherfolgreich über den Stangen unterwegs. Weiterlesen

Leistungsvererber Pilger – (Tür 3)

Pilger – Port Arthur – Perserfürst – Herbstwind – Carajan – Martin – Sarafan

„Die Linie des des ehemaligen Trakehner Hauptbeschälers und hoch angesehenen Leistungsvererbers Pilger, der auch in russischer Sportpferdezucht einen klingenden Namen besitzt, hat lediglich über den Springpferdevererber Carajan eine gewisse Bedeutung in der Bundesrepublik erlangt, ist jedoch derzeit im Aussterben begriffen. Sarafan war einer der letzten männlichen Vertreter dieser Linie – einer Linie, in der seit ihrer Etablierung im Hauptgestüt Trakehnen immer eine überdurchschnittliche Springveranlagung verankert war! Dies zu wahren und auszubauen haben wir uns vorgenommen.

„Züchten heißt in Generationen denken“ – umd dies tun zu können muss man auch ein wenig in die Geschichte tauchen: Weiterlesen