Türchen 3 – Gerät 3.0 … oder Glück muss man haben!

Das dritte Türchen soll unserer Glück gehören. MASURENGLÜCK von Davidas aus der Masurenfee von Bonaparte N AA wird 2019 drei Jahre alt und nach zwei Jahren Pause werden wir also 2019 wieder eine Stute zur Zentralen Eintragung vorstellen. Das hier erstrebte Ziel ist es selbstverständlich, noch einmal den Preis der besten Springstute zu gewinnen und da macht sie auch allem Anschein nach einen guten Job über den Balken, aber letztlich ist es auch immer die Tagesform, die entscheidet. Bei einem jungen Pferd kann viel beeinflussen; sie sind dreijährig noch immer im Wachstum,  manche lassen sich von neuen Kulissen beeindrucken und nicht zuletzt schläft die „Konkurrenz“ auch nicht auf dem sprichwörtlichen Baum…

Viel wichtiger als das An-der-Hand-Gehampel ist dann sowieso die Eignung unterm Reiter und einen erstmaligen Test dazu wird es im Rahmen der SLP geben. Und auch wenn Ihr Vater im Rahmen seiner HLP durchaus ein Fragezeichen zum Thema Rittigkeit hinterlassen hat, erwarten wir bei Glück vom ganzen Verhalten eigentlich im nächsten Jahr das  Gerät 3.0. 🙂

Wir kennen diese Familie einfach schon zu lange und so pfiffig und vorwitzig, so unendlich cool in allem und so nett mit dem Menschen wie sie sich verhält, wird auch das Anreiten dieser Vertreterin sicherlich kein Thema sein. 162 cm weist das Stockmaß aktuell aus und auch damit sind wir höchst zufrieden!  Wir erinnern uns, Ihre Mutter wurde dreijährig zu Ihrer Eintragung mit 165 cm gemessen, nun siebenjährig und erwachsen hat sie die 170 cm erreicht. Die „M“ sind eben spätreif, sie wachsen langsam, aber halten dafür eben auch lange und sind lange gesund.

Davidas war einer von zwei Junghengsten für die wir uns in den letzten 10 Jahren entschieden. In beiden Fällen basierte diese Enscheidung auf den „Bums“ am Sprung in Neumünster und auf dem Vertrauen in die nachgewiesene Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der vorangegangenen Generationen auf internationaler Ebene.

Richtung Springen anzupaaren ist immer eine spannende Sache, denn tatsächlich bewerten, ob es gelungen ist, kann man frühestens mit Beginn des Freispringens. Sehr gutes Freispringen ist zwar immer noch kein Garant für gutes Springen unterm Reiter, aber zumindest eine Aussage über Möglichkeiten kann getroffen werden. Vermögen und Einstellung zu Arbeit können das erste Mal gesichtet werden.

Freispringen bei uns ist ja immer so ein Thema. Normalerweise sind wir zu zweit. „S“ und „F“ und natürlich der Eimer 🙂

Der Eimer steht dann mangels Träger alleine in der Mittes des oberen Zirkels und darf vom springenden Protagonisten frei nach Überwinden der Reihe aufgesucht werden. Dies schafft die notwendige Zeit für den Umbau der Springgasse und den Pferden ist klar, dass es erst auf erneutes Kommando wieder weiter geht. Anders funktioniert es bei uns eben nicht, wir haben keine Mannschaft von von vier bis fünf Personen zum Freispringen parat.

Den Gipfel findet das Ganze dann, wenn einer auch noch fotografieren will, denn dann steht das scharfe Foto versus Peitschenführung. 🙂

In jedem Falle haben wir auch mit Glück das Freispringtraining begonnen und sind sehr begeistert von unserer Maus! Sie hat Übersicht, Mut und Vermögen! Sie springt schön durch den Körper, mit genügend Vorsicht und zeigt eine sehr ordentliche Technik. Das sind definitiv Attribute, die für die weitere Arbeit sehr vielversprechend sind.

In den Grundgangarten zeigt sie sich ebenso gut und immer locker wie ihre Mutter. Das ist ein junges Pferd, was wir uns sehr gut in der Ausbildung vorstellen können und das sicher mal viel Spaß unterm Sattel machen wird. 2019 wird ein spannendes Jahr für unsere Glück. Wie es weiter geht steht dann auch offen. Ob wir sie einmal decken lassen? Und wenn ja, von wem denn dann? Zugegebenermaßen finden wir den ab 2019 in Hämelschenburg stationierten Zauberdeyk hier spannend. Auch wenn er sich als Van-Deyk-Sohn nicht aufzwingt, wenn man großes Augenmerk aufs Springen legt, aber er war selbst im Busch bis ** erfolgreich und seine Mutter Zauberlied stammt vom Doppelvererber Friedensfürst und hat Märchenprinz zum Großvater, der ebenfalls aus der Stutenfamilie der Maricka stammt…. wäre spannend! Oder nochmal einen Anglo dran? Der Springcrack Der Dürer? Alles ist noch ungewiss, keine Planung ist fix.

Einen aktuellen Eindruck wollen wir aber zumindest heute hinterlassen. Hier sind ein paar Pics vom letzten Freispringen:

Türchen 2 – Gerät 2.0 aka „Maracanã“ aka „Engel“

Die Geschichte „unserer“ Engel dieses Jahr hier zu erzählen, macht besondere Freude!

Maracanã von Icare d’Olympe AA aus der Masurenfee von Bonaparte N AA. Zu Pedigree und Sportdaten der Vorfahren wird der geneigte Leser wieder per Suchfunktion auf dieser Homepage fündig.

Es ist schon immer toll, wenn man Pferde in liebevolle Hände abgeben kann und die passenden Menschen fürs Pferd findet. Wenn dann noch eine gewisse sportliche Ambition dazu kommt, umso schöner, denn man freut sich als Züchter ja auch, wenn die Pferde mal repräsentativ in der Öffentilichkeit auftreten. Wenn man dann aber einen Dreiviertelblüter mit der Perspektive Busch züchtet und diesen dann in das Deutschlands Vielseitigkeitsmekka, nämlich direkt nach Luhmühlen, verkaufen kann und weiß, dass eine Förderung in diese Richtung mit tollen Ausbildern passieren wird, dann ist das einfach ein Träumchen! 🙂

2018 war der Moment der Wahrheit für „unsere“ Engel gekommen – Die Eintragung und das Anreiten standen an. Bei der Eintragung im Mai hatte sie sich einige Tage zuvor auf der Weide „zerissen“ und blieb leider unter ihren Möglichkeiten. Noch während der Veranstaltung wurde eine Schwellung am Oberschenkel deutlich sichtbar, da waren wohl ein paar Muskelfasern involviert und so war der Galopp auf der rechten Hand quasi inexistent. Dennoch gab sie sich mit allem sehr große Mühe und gab ihr Bestes.

Wieder Daheim wurde das auskuriert und es folgte ab Juli das Anreiten. Und wir durften bei allem per WhatsApp live und in Farbe dabei sein! Von jedem Ausbidlungsschritt wurde ein Video an „Oma und Opa“ gesendet. Es wiederholten sich die beschreibenden Wörter „Cool“, „undramatisch“, „unspektakulär“, „lässig“ und  „unkompliziert“. Herzchen- und Freude-Smileys waren ständige Begleiter der Kommunikation.

Und weil „einfach geradeaus“ ja bekanntermaßen das beste für junge Pferde ist, ging es nach kurzer dann mit Begleitpferd ins Gelände: „Mutig“, „unerschrocken“ und „neugierig“. Der Wechsel in die Halle wurde Im späten Herbst vollzogen – wie nicht anders zu erwarten: Brav. Im November durfte sie dann auch schon mal im Gelände über ein paar Baumstämme galoppieren, durchs Wasser traben, eben so nette kleine Sachen, die man auch sehr gut mit einer Ende-Dreijährigen machen kann. und wie sollte es anders sein? – Auch das machte sie mit Bravour. Und ja, nach der Kommentierung durch den Ausbilder träumen wir auch ganz leise ein Bisschen von Warendorf für 2021.

Dreimal die Woche wird sie nun gearbeitet und sie entwickelt sich den Verlautbarungen nach mit Sieben-Meilen-Stiefeln. Wir sind stolz!!  Und wenn man dann Nachrichten wie die Folgende bekommt, dann ist das Glück perfekt. Denn schließlich wollen wir doch REITpferde züchten, oder? Für glückliche Reiter und für den Spaß am Sport für beide Parteien. Engel ist Gerät 2.0 – wir sind sicher!!

 

Türchen 1 – Der Gerät :-)

Und zack! Da ist es schon wieder Dezember….. Wie jedes Jahr stellte sich im Vorfeld die Frage“ Wollen wir wieder einen Adventskalender schreiben?“ – Und wenn ja, was und wozu wollen wir eigentlich schreiben.

Der geneigte Leser wird an dieser Stelle erkennen, dass wir uns für „Ja, wir schreiben wieder.“ entschieden haben. 🙂 Tja, und was? – Nun, in 2018 feiern wir 10-jähriges Bestehen unserer kleinen Zucht,  2008 deckten wir unsere erste Zuchtstute. Wir haben uns entschieden, in diesem Adventskalender die letzten zehn Jahre einmal zu beleuchten. Wie sind wir gestartet und wo stehen wir heute. Wo wollen wir gerne in weiteren 10 Jahren stehen?

Und auch, wenn alles mit Belle begann, so soll doch das erste Türchen einer „M“ gehören. Nicht zuletzt auch deswegen, weil wir unseren lieben alten Morgenstern in der letzten Woche im Alter von 26 Jahren auf seine letzte Reise geschickt haben.

Morgenstern, der eigentlich für uns das Ideal darstellte, der unser persönliches Zuchtziel verkörpert: Ein leistungsbereites uns leistungsfähiges Pferd, mit überragendem Interieur. Sportler, Lehrer, Kindermädchen – alles in einem, alles immer gut. „Seine“ Reitabzeichen-Mädels, die er vor mehr als einem Jahrzehnt brav durch die Prüfungen schaukelte, erinnerten sich in der letzten Woche so nett an ihn auf Facebook.

Seiner mütterlichen Nichte MASURENFEE von Bonaparte N AA aus der Mirage von Sarafan soll heute dieses Türchen gehören. Genug geschrieben haben wir über unsere Herzfamilie, die Familie der Maricka. Ebenfalls genug geschrieben haben wir auch schon über ihren Vater Bonaparte N  – der geneigte Leser mag die Suchfunktion der Seite nutzen, gerade zu den „M“ wird er fündig werden.

Als wir 2010 Erhard Schultes Empfehlung es doch mal mit „Blut dran“ zu versuchen folgten, trafen wir beileibe nicht bei allen Trakehner-Verbands-Protagonisten auf Zustimmung. Letztlich haben wir die Frage „Was wollt Ihr denn damit?“ dann irgendwann nur noch mit „Irgendwann über die dicken Balken reiten“ beantwortet.

Was folgte ist Geschichte – Championatsfohlen, dreijährig beste Halbblutstute, unproblematisches Anreiten, vierjährig erstes Fohlen von Icare d‘ Olympe AA und SLP, fünfjährig zweites Fohlen von Davidas, sechsjährig sollte sie auf Turnier starten und verletzte sich aber unglücklich, so dass sie erst siebenjährig, also 2018, wirklich in Gang kam – ….und das mit der alten Frau S, die spät in ihrer Reitsportkarriere nun den Busch für sich entdeckt hat 😉

Fakt ist aber auch, dass Heldentum ab einem gewissen Alter ausgestorben ist! Der „5“ vor der Null näher als der „4“ und in dem Bewusstsein, dass man, wenn man stürzt nicht nur „Rücken“, sondern eine Woche „Körper“ hat, darf man es gerne auch ruhiger, kleiner, langsamer angehen lassen. Das Ganze ist dann dadurch auch mit einer gewissen Portion Zweifel an der eigenen Person/ den eigenen Fähigkeiten gespickt.

Und dann sitzt man auf „DER GERÄT!“ und es ist einfach phänomenal! Die direkte Verbindung zwischen zwei Punkten ist die Gerade! Was im Weg steht wird gesprungen. Immer! Und es ist einfach beruhigend, zu wissen, dass man auf einem Pferd sitzt , das es nicht nur kann, sondern das es auch will!! Dass man mit der sprichwörtlichen Hose voll gegen ein Hindernis reitet und weiß, im Zweifel einfach das Pferd machen lassen und man kommt schon auf der anderen Seite an, weil sie schnell genug, gut genug und mutig genug ist, um das alles umzusetzen. Dass man dieses Pferd das allererste Mal in seinem Leben über einen Wassereinsprung reitet und sie zieht durch, als hätte sie nie etwas anderes getan – ja, das ist schon toll!!

Das man als Züchter eines solchen Pferdes die Freude genießen darf, das erfühlen zu dürfen, was man sich da so zusammen gezüchtet hat, ist schon etwas ganz Besonderes!! Sich bestätigt zu fühlen, vor zig Jahren in die richtige Richtung gedacht zu haben, macht stolz! – Sicher, wenn der Reiter besser wäre, dann hätte Fee bestimmt noch ganz andere, viel größere, Möglichkeiten! Aber fest steht auch, dass wir beide uns mögen, dass wir uns unsere jeweiligen Unzulänglichkeiten gerne verzeihen und dass man sich als alte Frau bei all dem Mist den man schaufelt , und dem Futter das man schleppt und den Nächten, die man sich als Züchter um die Ohren schlägt auch einfach mal den Luxus eines guten Reitpferdes leisten sollte. Für sich. Für den Spaß. Und dafür, dass man auch die künftigen Nachtwachen für die künftigen „Geräte“ gerne macht. 😉

Oblivion – „Obi“ – Süßer kleiner Gummikerl oder wenn Züchterherzen aufgehen :-)

Am ersten Tag ging es für Blümchen und den kleinen Obi von Oksana begleitet auf die kleine Fohlenwiese. Was für ein Zauberkerlchen!! Die Bewegung funktioniert in allen drei Gangarten schon gut und mit „Gummi“, er ist erstaunlich ausbalanciert und es machte sehr viel Freude ihm bei seinen ersten vorsichtigen Tobereien zuzuschauen!!

Hier eine kleine Bilderstrecke:

 

Auch mit dem Elektrozaun wurde Bekanntschaft gemacht. Da hatte der kleine Obi am Blitz geleckt 😉