Türchen 19 – Neues vom König

ak2016-18Viele erinnern sich bestimmt noch an Bel Re, unseren König, von Icare d‘ Olympe AA, geboren im Mai 2015.

Der Pechvogel, der so unglücklich das Rad schlug, dass er gesundheitlich nur noch in eine sehr ungewisse Zukunft blicken konnte und bis heute kann. Wir entschieden uns, ihm aber die Chance zu geben ein lebenswertes Leben zu führen, ihn zu behalten und mal zu sehen, wie er sich entwickelt – Vielleicht wird er irgendwann mal der Nachfolger von Morgenstern und wird Oberaufseher für die Junghengste. Sterni wird jetzt 25.. Das Thema ist auch endlich… Weiterlesen

Türchen 23 – Besondere Momente des Jahres 2015

23Es gibt schon Momente im Züchterjahr, die einen dazu animieren, ernsthaft die eigene geistige Gesundheit in Frage zustellen. Bei Regen- oder Hagelsturm beispielsweise, wenn man bei Windstärke 12 Futter über den Hof schiebt.

Oder wenn die geliebten Zossen ausgerechnet im Dauerregen beschlossen haben, dass dieser Zaunpfahl nun überflüssig ist und nach eingehendem Benagen der unteren Etage nun schlussendlich umgedrückt werden kann. Und dann steht man da, mit Wekzeug in den klammen Fingern – denn das passiert NIE, NIEMALS!! im Hochsommer –  und während einem langsam das Wasser in den Kragen läuft, träumt von der Südsee und fragt sich: „Warum um alles in der Welt tust Du dir das an??!!“

Und jedes Jahr im Frühjahr, wenn die Fohlen kommen, die Geburt gut vollzogen ist und der kleine Erdenbürger das erste Mal seiner Mami entgegenknöttert, dann ist einer dieser Momente gekommen, die alles das wett machen! Ein Moment, der uns das größte Wunder der Natur, die Geburt eines neuen Lebens, so hautnah miterleben lässt. Ein Moment tiefer Ehrfurcht!

Vergessen sind dann die durchwachten Nächte, auch die Anspannung nach Beginn der Austreibungsphase, ob das Fohlen richtig liegt, die Sorge, ob alles gut und richtig und lebensfähig ist….alles das geht unter in Glücksgefühl, wenn das Fohlen im Stroh liegt, den Kopfhebt und atmet.

Da wir die Geburten engmaschig überwachen ist es für uns eigentlich immer so – fast! Am Dienstag, den 19. Mai war alles anders. Vorweg zu nehmen ist, dass unsere Stuten ca. 3 Wochen vor dem Abfohltermin unter Videoüberwachung stehen. Unsere Boxen haben Gummimatten, aber für das Abfohlen und die Zeit danach, wird eine dicke Stroheinstreu eingebracht, die an den Seitenwänden wannenartig hochgezogen wird, damit das Neugeborene sich nirgendwo verletzen kann, etc. pp.

Aber es gibt diese Schreckmomente : Am 19. Mai – 23 Tage vor!!! dem errechneten Geburtstermin – sorgte unsere Fee für Wirbel:

Mogens füttert immer das „S“ von SF ;-). S läuft also in den Stall, wirft den gewohnten Kontrollblick die Stallgasse runter und denkt sie halluzieniert! Da waren zwei Fuchsfohlenköpfe, wo tags zuvor nur einer war. Hä??!! – Auf den zweiten Blick nur der Kopf vom König. Dritter Blick….Ach Du lieber Gott!!! Da standen zwei! – Am 312. Tag, völlig ohne Vorzeichen hat Fee gefohlt! Die Öhrchen der kleinen Maracanã waren noch nass, die Dame war auf den Beinen und wackelte durch die Box…..

Da hatte die Maidenstute das völlig alleine gemacht… S bekam noch im Nachgang einen Herzinfarkt und rief F auf der Arbeit an, dem es auch kurz die Sprache verschlug! Der Tierärztin wurde auf die Mailbox gesprochen, dass da was etwas unerwartet gelandet wäre.. es würde atmen und stehen und wäre augenscheinlich auch ganz munter, aber man könne ja bei dem Termin nie so richtig wissen…… Als die Tierärztin dann kam, lautete der Kommentar nur „Da siehstes, selbst im Schönbeckschen Hochsicherheitstrakt machen die Damen was und wann sie es wollen!“ ..

IMG_1452O.K, think positiv! Es waren in jedem Falle entspannte Nächte mit ausreichend Schlaf und auch wenn die Box nicht den SF-Geburtsreglementarien entsprach, waren Mutter und Kind wohlauf. Ganz offenbar waren die beiden Ladies der Meinung, sie “hätten fertig” und sie hatten Recht, denn an der kleinen Maracanã war alles drum und dran wie es sein sollte.

Ganz ihrem Namen nach, nämlich weltmeisterlich, entwickelt Maracanã sich und Mama Fee war von Anfang an die Super-Mami. Dennoch hatten die beiden kleine Startschwierigkeiten: Fees Euter kam erst so gegen acht Uhr in Gang, die erste „Milch“ die da raus kam, war irgendwie nicht vertrauenserweckend. War noch so wässrig / orange durchscheinend… Attacke auf das Gefrierfach, Kolostrum raus. Erstmal verabreicht. Dann hat die Kleine sich beim Euter ein bischen doof angestellt. Fee war zwar sehr geduldig, aber eben doch unerfahren und die Zitzen fürs Fohlen nicht ganz so komfortabel wie die von Belle. Aber irgendwann begriff sie es, und soff. LINKS! Und zwar nur LINKS….Das rechte Euter lief über den Vormitag voll, tat dann wohl auch irgendwann weh und Fee zuckte mit dem rechten Hinterbein, sobald das Fohlen von rechts kam. Zudem, litt sie ziemlich wohl noch unter den Nachwehen der Geburt. Wir haben dann rechts abgemolken, die TÄ kam nochmal und gab ein bisschen was zur Entspannung und gegen die Schmerzen. Irgendwann am Nachmittag ging Maracanã auch ans rechte Euter, allerdings nur von LINKS….  Aber Fee begriff das schnell und kippte dann einfach das Becken, alles klappte gut. Wir haben die ersten Tage sehr gut überwacht, vier mal täglich Temperatur und Nabeldesinfektion – das ganze Programm eben!… Maracanã entwickelte sich toll. Heute ist sie der Knaller! 75% Spezialblut und dennoch von genug Masse / Körper, ein tolles Selbstbewusstsein, super Handling, schnurgerade auf den Knochen und ganz, ganz sportlich. Echt ein tolles Fohlen und dazu noch in schokobraun! Was ein i-Tüpfelchen!September-9762

Das sind die bedeutendsten Momente im Züchterjahr, aber es gibt auch andere….. Lustige zum Beispiel, wenn sich Franzi einen abgesägten Ast schnappt, den übers Paddock zieht, sich selber davor verjagt und bockt, aber auf keinen Fall die Beute loslässt.

…. Spannende Momente zum Beispiel, wenn man das erste Mal einen Reiter auf den selbstgezogenen Nachwuchs setzt.

…. Beieindruckende Momente beispielsweise, wenn Fee unterm Reiter an der Longe anfängt zu schwingen und in völliger Ruhe und Gelassenheit zu marschieren, dass man einfach nur noch still sein möchte, um das Bild zu genießen und ein wenig vom großen Viereck zu träumen.

….Fassunglose Momente zum Beispiel, wenn man hört, dass ein Richter kommentiert „Mit deutlichem Abstand und einer Note von 8,3 heute Siegerstute SF Oka-Blümchen aus der Zucht von Simone und Frank Schöenbeck“…

….Stolze Momente beispielsweise, wenn der junge Schmali das erste Mal auf einem fremden Platz springt und zeigt wo der Frosch die Locken hat….

…. Dankbare Momente beispielsweise, weil das junge Pferd, mit dem man gerade begonnen hat zu arbeiten, bei Schreck nur einen Anker sucht und das bist Du!……

.. Und einfach viele Momente, die geprägt sind, von einer Menge Menschen, die genauso verrückt sind wie wir, die sich mit uns freuen, mit uns zittern und helfen wo auch immer sie können. Türchen 23 ist auch dafür da, Euch heute allen mal herzlich „Dankeschön!!“ zu sagen!

Türchen 17 – Familienrepräsentantinnen O66A

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Im dritten und letzten Teil geht es um die Familie unserer Masurenfee, Familie der Maricka O66A.  Mutterstamm unseres allerbesten Mattes und des allerallerbesten Morgenstern!Unsere Herzfamilie! – Nicht aufgrund irgend-welcher Meriten oder Prämientiteln oder was auch immer.  Das hat uns alles gar nicht interessiert, als wir damals unbedingt und zwingend eine Stute dieser Familie haben wollten. Es war die Einheitlichkeit ihrer Protagonisten in Charakter, Leistungsbereitschaft und Sportlichkeit!

Stammstute dieser heutigen Westfamilie war die 1938 geborene Marietta von Meerteufel. Eine Stute ostpreußischer Abstammung, 66. in der Reihenfolge ihres Jahrganges = O66A. Im Züchterhaus Blumreiter in Stobern / Ostpreußen wurde 1943 ihre erste Tochter und spätere Linienbegründerin Maricka geboren. O66A.

Auch Maricka erreichte in einem Treck den Westen, kam in Schleswig-Holstein an. Anfang der 1950er, im Zuge der Mechanisierung der Landwirtschaft stellten rheinische Züchter nach jahrzehntelanger Ausrichtung auf die Kaltblutzucht auf die Warmblutzucht um. Hierbei sollten Trakehner behilflich sein und so haben Züchter um Carl Bolten/ Zülpich-Enzen eine Reise in den Norden von Deutschland angetreten und durch Beratung von Dr. Schilke einige sehr gute Stuten ins Rheinland bringen können.

So fand Maricka eine Heimat im Züchterhaus Heinschke in Setterich, Nähe Aachen. Aus den Anpaarung an den bei Bolten stationierten Intermezzo fielen zwei Stutfohlen: Monika in 1952 und Monrey in 1954. Monrey wurde mit 158 cm / 1,2,2/2,2 für das Züchterhaus Kurt Schmitz / Burg Dreiborn eingetragen und brachte in zehn Zuchtjahren fünf Fohlen, von denen allerdings keines den Weg in den Sport oder die Zucht fand.

Monika war eine 161 cm große braune Stute, die mit 2,3,3/3,2 eingetragen wurde. Eingesetzt wurde sie zunächst im Heimatstall, wechselte dann aber noch zweimal den Besitz. In 19 Zuchtjahren brachte sie 10 Fohlen, darunter den gekörten Hessel von Hessenstein, der in der niederländischen Zucht eingesetzt wurde und dort einige sehr gute Zucht und Sportpferde hinterließ. Im Stamm seiner Tochter Ulissa finden sich neben einiger bis zu hohen Klassen in M und S erfolgreichen Pferden auch die Vererber Falco und Cocktail – letzterer selber bis Grand Prix siegreich und Vater des Starhengstes Jazz.  Fünf der sechs Monika-Töchter wurden in die Zucht genommen. Es waren Mondfahrt v. Kobalt (1957), Maya III von Reinald xx (1959), Monaco von Sterndeuter (1963), Mondäne von Helianthus (1968) und Maike (1969), ein Zwillingsfohlen von Donauwind.

Maike entwickelte sich sehr gut, erreichte ein Stockmaß von 1,56 m und wurde aufgrund ihrer züchterischen Leistungen zur Elitestute ernannt. Die Braune brachte bis zu ihrem Tod im Alter von 21 Jahren in 17 Zuchtjahren auch 17 Fohlen. Sie brachte die Stute Maiblume III v. Tannenberg, die Mutter des M-Dressurpferdes Mandant v. Vincent wurde, die Elitestute Marcia II, den in die USA gegangenen ZfdP-gekörten Morgenstrahl v. Tannenberg sowie eine ganze Hand voll erfolgreichen Sportlern in Dressur und Vielseitigkeit bis Klasse L.  Miss Goleightly von Sixtus, eine Enkelin der Maike, war siegreich in Dressur bis Klasse M und brachte im Jahr 2010 mit Montgommery 88  von Sky Dancer Dressurnachwuchspferd, der sich schon dieses Jahr in L-Dressuren bewähren und platzieren konnte. Eine Urenkelin der Maike, Mandjana von Friedensfürst sowie Ihr 1997 in NMS gekörter und prämierter Halbbruder Mataro  von Sir Shostakovich xx waren erfolgreich bis zur Klasse M. Mataro verschwand leider direkt nach der Körung ins Ausland.

Marcia II wurde im Hause Deerberg zweifache Hengstmutter (Märchenprinz von Ecuador xx und Manrico von Gipsy King) und Mutter des S-Fahrpferdes Manjana 42 von Jolly Jinks xx. Sie war dreijährig eingetragen mit 1.66/20.3 und der Bewertung 9,8,7/8,8. In zehn Zuchtjahren brachte die Stute 10 Fohlen, davon jedoch nur drei Stuten. Nur eine Tochter wurde für die Zucht registriert, Marianne von Bream xx und damit endet dieser Zweig.

Maya III v. Reinald xx wurde Mutter der beiden hessischen Landbeschäler Mandant v. Thor  und Mustafa v. Harfner sowie des M-Dressurpferdes Mon Amour v. Herbststurm. Ihre Tochter Mariza II v. Herbststurm wurde Mutter des M-Dressurpferdes Masurenklang v. Istanbul und des Beschälers Marius v. Insterruf, dessen bekanntester Nachkomme Karin Lührs Grand-Prix-Dressurpferd Conte Conyaro war. M-Dressurpfed Malinca von Hohenstein aus der Mary T Poppins von Mohammed war letzte Vertreterin dieser Linie im Sport in 2014.

Mondfahrts Töchter Mondschein und Monrovia v. Pelion, Monte Christi v. Irian und Mondlicht v. Primo waren hochdekorierte Ausstellungsstuten. Die älteste Mondfahrt-Tochter Maritta v. Pelion hinterließ der Zucht zwei Töchter, von denen Moni v. Reichsfürst mit vier Turnierpferden und vier zuchtaktiven Töchtern den Stamm auf eine breitere Basis stellte. Erfolgreichster Sohn der Moni war Mondego 6 von Schwarzdorn der gut 2Tsd Euro in Springprüfungen verdiente. Monis beste Tochter dürfte, vor allem unter Sportgesichtspunkten, die 1976 geborene Melodie XI v. Sternglanz sein.

Melodie

Melodie XI  brachte in 16 Zuchtjahren 13 Nachkommen – jeweils aus Anpaarung an den Carajan-Enkel Sarafan.

Im Mai 1991 wurde Mondsichel, die spätere Trakehner-Springchampionesse geboren. – Siege bis Klasse M zieren ihr Erfolgskonto. Mit Morgenstern (1992), Maskerade (1993) folgten weitere bis zur Klasse M siegreiche Parcours-Akrobaten. Moonlight (1994) erzielte Erfolge bis zur Klasse S. Der in 1997 geborene Merlin sollte der nächste Trakehner-Springchampion aus dieser Anpaarung werden und auch er lief dann erfolgreich bis zur Klasse S.

Maskerade schlug den zweiten Bildungsweg ein und war erfolgreich in Dressuren bis zur Klasse L. Auf dem Weg nach M in 2007 verletzte sie sich jedoch schwer an der Sehne, 2008 war dies gut ausgeheilt und ihre Besitzerin ließ sie in 2009 vom Siegerhengst Kentucky besamen. Wunschgemäß lieferte ihre „Maske“ das braune Hengstfohlen.

Mirage und Maravedi im Sommer 2009

Die beiden Melodietöchter Mirage (1996) und Merina (1998) wurden und werden nach wie vor werden als Jagdpferde eingesetzt. Melbourne (1999) war in Springpferdeprüfungen erfolgreich und wurde dann in die USA abgegeben.

Mirage wurde von uns für drei Jahre gepachtet und in 2008 erstmals als Zuchtstute registriert und belegt. Sie brachte uns in drei Zuchtjahren drei Fohlen. Maravedi in 2009,  Masurenfee in 2011 und Mirar in 2012. Masurenfees Lebenslauf ist hier auf dieser HP dokumentiert. 2014 Prämienstute und beste Halbblutstute der ZSTE in Westfahlen, 2015 mit ihrer Erstlingstochter Maracana ein blutiges Spitzenfohlen vom Icare d‘ Olympe AA. Für Juni 2016 tragend vom Prämienhengst und Springsieger seiner Körung Davidas.

Masurenfee 3 Wochen

Masurenfee im Alter von drei Wochen

Über 8000,00 Euro verdienten die sieben Nachkommen der Melodie XI unter Amateuren im Sport, 90 % davon im Springen. Bei bloßem Durchblättern der Sportpferdelisten eine beeindruckende Summe.

Generell brachte dieser Zweig der Stutenlinie über die Mondfahrt eine erkleckliche Anzahl von Sportpferden für die höheren Klassen, so unter anderem die Herbstglanzsöhne Marabou 3 (Dr. M) und Micado 28  (Spr. M), den Maat-Sohn Mars 26 (Spr. M), Master Two von Mark (Spr. M), Marcellus 13 v. Hartenstein (Dr.M) sowie Mon Petit v. Primo (Dr. S).

Wir kommen zurück zur obenstehenden Entscheidungsgrundlage für diese Familie: Es war die Einheitlichkeit ihrer Protagonisten in Charakter, Leistungsbereitschaft und Sportlichkeit!  Scheinbar zieht sich dies schon über Generationen. Da wären dann Herz und Kopf doch gar nicht so weit auseinander gewesen, hätte letzterer entscheiden sollen 😉

Türchen 15 – Familienrepräsentantinnen O18B3

15Unlängst wurde im TRAKEHNER über die Stutenstämme berichtet, dies inspirierte uns, auch noch mal einen Blick in unseren Stall zu werfen. Drei Stutenfamilien sind in unserem Stall beheimatet:

Die Familie der Bellevue O18B3, vertreten durch Belle Surprise II und Belle Pèlerine. In 2016 wird Belle Francaise die Riege verstärken.

Die Familie der Oka O69A, vertreten durch Oksana, die nicht mehr in den aktiven Zuchteinsatz zurückkehren wird und ihre Tochter Oka-Blümchen, die 2016 gedeckt werden soll.

Last but not least die Familie der Maricka O66A, vertreten durch Masurenfee. Ihre Mutter Mirage war ja als Pachtstute bei uns und brachte uns in drei Zuchtjahren drei Fohlen, eine davon eben diese Masurenfee. Weiterlesen