Türchen 21 – Zuchtplanung! Wer die Wahl hat, hat die Qual oder Mission „Traum-Mann für Franzi finden“

21Drei Stuten sind im nächsten Jahr zur Belegung vorgesehen. Belle Surprise geht erneut zu Icare d’Olympe AA – Was auch sonst?! Passt einfach.

Bei Blümchen hoffen wir, dass die eigentlich schon für dieses Jahr geplante Bedeckung mit Davidas endlich fruchtet.

Bleibt unsere Miss Zauberhaft, Belle Francaise, für welche nächstes Jahr ein passender Hengst gefunden werden muss. Und das ist wirklich schwer!! Denn nein, wir wollen uns unser mühsam erhaltenes Springpedigree nicht vollkommen verseuchen! Der geneigte Leser mag sich also mitnehmen lassen auf unsere Gedanken-Reise und sei gewarnt… es wird heute was länger…

Auch wenn Franzis Vater nicht als DER Springpferdemacher gilt, so ist er doch selbst ein Spitzensportler, der in seinem Heimatland Frankreich als Dressur-, Spring- und Vielseitigkeits-Pferd mehrfach eine überdurchschnittliche Eigenleistung unter Beweis gestellt hat. Icare d’Olympe ist siegreich in der Dressur bis zur Klasse S, war erfolgreich bis *** CIC und **CCI, war fünfter bei der Weltmeisterschaft der Fünfjährigen Vielseitigkeitspferde in Le Lion d‘ Angers und in war in Springprüfungen bis zur Klasse M erfolgreich. Hohe Zuchtwerte weisen ihn als Top-Vererber für die Vielseitigkeit (ICC 155) und als überdurchschnittlich für Dressur (IDR 119) und Springen (ISO 114) aus.

Und das, was unsere zweijährige Franzi beim Freispringen zeigt, ist wirklich sehr vielversprechend.

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Wir könnten hier nochmal Blut-zu-Blut praktizieren, und eine umgekehrte Anpaarung wie die vornehmen, die in diesem Jahr zu Maracana geführt hat. Statt Icare x Bonaparte N AA hätten wir dann Bonaparte N AA x Icare. Auch wenn Maracana wirklich alle Erwartungen weit übertroffen hat, so ist das aber doch nicht unser primärer Gedanke.

Einer der Kandidaten ist El Greco TSF, Vater des Griechen, einmalig in seiner Eigenleistung mit Erfolgen in Vielseitigkeit und Springen bis Klasse S sowie Dressur der Klasse M, überragend im Interieur und ohne Makel in der Gesundheit. Ein bewährter Vererber von allerbester Qualität mit hoch intressantem Pedigree, denn auch er ist frei von den „modernen“ Blutströmen, lediglich den jahrundertvererber Consul führt er in vierter Generation. El Greco besitzt auf dieser Seite schon eine ausführliche Beschreibung unter den Gewählten Vätern.

Greco im Dienst

Zwei mehr oder minder unbeschriebene Blätter geistern auch durch unsere Gedanken: Titulus und Räuberfürst.

Titulus war  in 2003 der erste gekörte Sohn seines so vielseitigen Vaters Kasparow und verhalf einer lange im Schatten gestanden Stutenfamilie wieder zur Blüte. Die Familie der Trude (O156A Maurischkat Argenquell) ist heute mit den beiden Springspitzen Titulus und Tarison (v. Hirtentanz), dem in Österreich gekörten Trakehner Tassilo W (v. Münchhausen) und dem bei der Canadian Trakehner Horse Society gekörten Tiernan (v. Manrico) immer
noch recht schmal, aber erfolgreich in der Zucht verankert.

Titulus ist im Mutterstamm sehr konsequent auf Springeignung gezogen. Die drei „mütterlichen“ Väter Timber, Caanitz, und Kopernikus haben vor allem selber bzw. mit Nachzucht im Parcours bis Kl. M/S überzeugt.

Titulus war bester Springhengst seiner Körung und wurde in Neumünster an die kanadischer Bieterin Patricia Mallet zugeschlagen, die den Hengst zunächst für die HLP in Deutschland ließ. So kamen immerhin einige Fohlenjahrgänge für den gleichermaßen spring- wie bewegungsstarken Rappen zusammen. Seinen 30 Tage Test absolvierte Titulus dreijährig in Radegast mit einer Dressurnote von 7,63 und einer Springnote von 8,52, was ihm ein Endergebnis von 8,03 einbrachte. Ein Jahr später, als vierjähriger, legte er dann seinen 70 Tage Test in Redefin ab, mit einem Dressurindex von 101,02 (8. Platz), einem Springindex von 111,17 (6. Platz) und einem Gesamtindex von 108,55 Punkten als 6. von 16 Teilnehmern ab. Die FN weist aktuell Zuchtwerte von 100 (Dressur, 81%) und 115 (Springen, 70%) aus, was gemessen an der sehr geringen Nachkommenzahl sicherlich schon bemerkenswert ist. Ähnlich wie schon sein Vater bzw. treu seiner väterlichen Abstammung ist der Hengst als Doppelvererber einzuschätzen. Titulus selber machte schon bei seiner Körung eben nicht nur das phänomenale Springen aus, sondern auch seine sehr dynamischen, von gutem Antritt und Knieaktion gezeichneten Grundgangarten.

Horse_Titulus-_3bigTitulus verließ nach der HLP Deutschland, um zunächst in seiner kanadischen Heimat zu wirken. Hier wurde er auch langsam in den Sport geführt. Einen mehrjährigen Aufenthalt in den USA nutzte die Besitzerin, um den Hengst – immer noch dosiert eingesetzt – bis Kl. S erfolgreich im Springsport herauszubringen.

Derweil sammelten seine Nachkommen in Europa erste Erfolge im Sport. Bis heute sind gerade einmal 8 Nachkommen bei der FN als Sportpferde eingetragen. Darunter befinden sich allerdings echte Hingucker: First Flight Alliance (MV Almox Prints J) arbeitete sich unter Elmar Lesch bis zu einer Finalplatzierung beim Bundeschampionat des Geländepferdes der 5jährigen hoch, ging dann über die Top Eventers Auktion nach Frankreich, und ist aktuell CIC2* erfolgreich. Tiberius (MV Heling) ist sogar CCI3* erfolgreich in der Vielseitigkeit und kann zudem auch Erfolge in Dressur Kl. L und Springen bis Kl. M aufweisen. In den USA gilt der aus einer Vollblutmutter gezogene Sunsprite Syrius als eins der größten Talente im Busch, mit mehrfachen 2* Erfolgen als sechs- und siebenjähriger. Und auch im Springen fallen die wenigen Titulus Nachkommen in Übersee auf. Eins der erfolgreichsten Trakehner Springpferde der letzten Saison ist die Stute Hypnotic (MV Advocate), die unter der Juniorin Tara Suhs als 6jährige mehrfach siegreich in Kl. M war und für den großen Sport aufgebaut wird.

Seit 2015 ist Titulus zurück in Deutschland und zur Saison 2016 in neuem Management  – Seine Station wird in Kürze bekannt gegeben. Mit einem Rutsch hätten wir allerdings bei dieser Anpaarung Kostolany und Sixtus im Pedigree. Dies aber erst in Generationen vier und fünf, weit genug hinten, um das Produkt der Anpaarung auch für die weitere Zucht interessant zu machen, ohne direkt in das Inzuchtproblem zu steuern.

Last but not least: Räuberfürst von Lossow aus der Räuberliebe von Finley M – Stradivari… Gekört in diesem Jahr, vom Zuchtleiter kommentiert mit

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„Ein ganz interessanter spätreifer, noch sehr jugendlich wirkender Hengst mit vornehmer Sympathieaustrahlung, ganz hohem Adel, einer sehr guten Oberlinie und einem herrlich hamonischen Seitenbild. Ein ungemein sympathisches Pferd, er ist immer bei der Sache.

Zudem eine sehr interessante Pedigree-Alternative mit Lossow – Suchard im steigenden Mannesstamm über Kassius und Symbol, was wirklich selten geworden ist in der Trakehnerzucht und mütterlicherseits interessant kombiniert mit Finley M und Stradivari, den beiden Halbblutspezialisten und dann nochmal Habicht.

Das ist mal ein Pedigree was nicht standardmäßig von der Stange ist, sondern was es verdient hat, auch züchterisch zu einer stärkeren Verbreitung zu kommen. Dieser Hengst begeistert einen sofort wenn man ihn sieht – durch seine Erhabenheit und durch sein Auftreten und ist dabei noch längst nicht fertig in der Entwicklung. Dem sollte, das wünschen wir ihm, eine große Zukunft bevorstehen.“

Wir gestehen an dieser Stelle ehrlich, dass wir diesem Kerl schon vor dem Hengstmarkt mit Blick auf einen möglichen Franzi-Partner schon ein dickes Kreuz im Katalog verpasst hatten. Nicht zuletzt auch aufgrund des angloarabischen Blutanschlusses im fallenden Mutterstamm und der Erinnerung an Beau Cadeau, der ausgesprochen gelungene Finley-M-Sohn von Belle aus dem Jahr 2009.

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Dann kam Neumünster und wir sahen einen Youngster mit ausgesprochen sportlichem Exterieur, korrekt und als wirkliches Edelpferd erkennbar. Auf dem Pflaster ging er ab wie die Feuerwehr, mit Abdruck und tollem Motor. Dann baute er von Tag zu Tag mehr ab, blieb im Springen hinter unseren Erwartungen zurück und beim Freilaufen wirkte er einfach nur noch müde. Es war enttäuschend…..Trotzdem haben wir uns noch nicht ganz von ihm verabschiedet, denn zum einen ist seine Abstammung ist schon wirklich vielversprechend und zum Anderen war sein Interieur auch was, was uns wirklich gut in den Kram passt. Das war nämlich einfach toll!!  Und wenn man mal ehrlich ist, dann muss man einem so jungen Hengst eben auch zugestehen, dass es Formtiefs geben kann, dass vielleicht die letzte Kondition in der kurzen Vorbereitungszeit von Ende August bis Oktober doch nicht gereicht hat und dass es sich bei allem Anspruch an das Vatertier einfach noch um Babies handelt!

Mit seiner Station, dem Söderhof, hat es der Fürst aber sicher gut getroffen und dem Vernehmen nach erholt er sich aktuell von den Strapazen des Hengstmarktes mit viel Schlafen und Relaxen. Die Arbeit beginnt wohl erst im neuen Jahr und dann werden wir ihn im Frühjahr nocheinmal gesondert angucken fahren, um die weiter Entwicklung zu begutachten.

Zur Abstammung: Der Vater des Räuberfürst, Lossow, wird im Trakehner-Hengstbuch wie folgt beschrieben:

„Dieser vielleicht letzte Suchard-Sohn besticht durch sein sportliches Auftreten, bei dem vom Fleck weg Ehrgeiz und Antrittstärke erkennbar werden. Bei guter Dreiteilung und imponierender Kruppenformation könnte er in der Hals-Schulter-Partie noch etwas an Großzügigkeit gewinnen. Im Trab und im Galopp verfügt er über eine klare Bergauftendenz mit gewünschter Knieaktion.“

Der in 2001 geborene Lossow wurde im April 2004 in Kerpen durch den Trakehnerverband gekört. Im Rahmen seines Veranlagungstests in 2005 erhielt er Höchstnoten für Interieur und Rittigkeit: Charakter: 10, Temperament: 9, Leistungsbereitschaft: 9, Trab: 8,25, Galopp: 7,38, Schritt: 8,25, Rittigkeit: 8,88, Springanlage: 7,44, Rittigkeit Fremdreiter: 9,25. Noch im selben Jahr qualifizierte er sich unter Jana Freud für das Bundeschampionat des Deutschen Reitpferdes. 2006 platzierte er sich beim 70-Tage-Test in Schlieckau bei 33 Teilnehmern im mittleren Drittel. Er erhielt weitere sportliche Förderung, war siegreich bis zur klasse L, bis eine Verletzung seine Karriere beendete.

Ende 2010 wechselte er nach Bayern, ins Gestüt Sankt Vitus, wo in 2012 seine ersten Nachkommen geboren wurden. Diese konnten seitdem durch die Bank weg überzeugen: Mehr als zwei Drittel seinen Kindern wurde Championatsqualität bezeugt, Oktave aus der Ophira von Titelheld wurde im Rahmen des bayrischen Championats 2013 zum Sieger-Stutfohlen gekürt. Räuberfürsts Vollschweser Räubernacht, die bayrische Stutfohlen-Championesse in 2012, wurde diesjährig bei der ZSTE in Bayern mit 1,72/21,0 und 55 Punkten ( 8,5 – 8,0 – 7,5 / 7,5 – 8,0 – 7,5 / 8,0) eingetragen. Im Springen erhielt sie jeweils eine 8 für Vermögen und Manier.

Räuberfürsts Mutter Räuberliebe brachte zudem den Körkandidaten Räuberschatz v. Laurel (NMS 2009) und das Nachwuchs-Geländepferd Pirate Stan Finley v. Laurel, der beim Bundeschampionat 2013 startete. Großmutter Räuberbraut II lieferte die Prämienstute Räuberburg v. Patmos, den zweimaligen Bayerischen Trakehner Geländepferdechampion, Räubercharme v. Heldenberg, und die Stutfohlen-Championesse von Bayern 2011, Räuberglück v. Legretto. Zu dieser schmalen Familie zählen auch das Nachwuchs-Dressurpferd Rebana und der trakehnisch gezogene, aber bayerisch gebrannte CIC**-Buschcrack Twister.

Lossows Vater Suchard trat leider viel zu früh von der züchterischen Bühne ab. Selbst erfolgreich im Springen bis zur schweren Klasse, war er der erste Trakehner, der im rein springorientierten Stutbuch von Zangersheide aufgenommen wurde. Gleiche Ehre wurde seinem Sohn Balisto a.d. Bernina von Anduc zuteil. Balisto war Prämienhengst seiner Körung, bester Springhengst des Jahrganges und verbuchte im Laufe seiner Karriere Erfolge bis zu schweren internationalen Springprüfungen. Sein Vollbruder Budweiser Classic wurde ebenfalls gekört und kann Erfolge im Springsport bis zur Klasse M aufweisen. Finch Hatton TSF, erfolgreich in internationalen Vielseitigkeitsprüfungen, ist ebenfalls ein Sohn des Suchard.

Lossows Mutter, die 1989 geborene Staatsprämien- und Prämienstute Lossainen von Louidor, gilt als eine der bedeutendsten Stuten der Nachkriegszeit. Sie wurde mit den Noten 9, 8, 8 / 9, 9 ins  Hauptstutbuch eingetragen, legte ihre Stutleistungsprüfung mit der Gesamtnote 7,89 ab und krönte ihre Laufbahn mit dem Sieg der Bundesstutenschau in Neustadt-Dosse 1997. Bereits vor Lossow konnte sie aus der Anpaarung an Suchard einen gekörten Sohn stellen. 2002 in Neumünster erhielt Lessen das positive Prädikat, wurde aber von dort direkt nach Großbrittanien verkauft, wo er in schweren Springprüfungen erfolgreich war.

Mit Räuberfürst käme auch einmal Arogno ins Pedigree, ebenso wie auch Habicht, aber beide eben erst in Generation sechs, so dass auch das im Hinblick auf einen züchterischen Einsatz kein Problem darstellen würde.

Ein herzlicher Dank geht bei diesem Türchen einmal an Maren Engelhardt, die mit Infos / Text und Bild bei Titulus unterstützt hat sowie an Stephan Bischoff, der seine Fotos von Räuberfürst zur Verfügung gestellt hat. Danke Euch beiden!!

Türchen 15 – Familienrepräsentantinnen O18B3

15Unlängst wurde im TRAKEHNER über die Stutenstämme berichtet, dies inspirierte uns, auch noch mal einen Blick in unseren Stall zu werfen. Drei Stutenfamilien sind in unserem Stall beheimatet:

Die Familie der Bellevue O18B3, vertreten durch Belle Surprise II und Belle Pèlerine. In 2016 wird Belle Francaise die Riege verstärken.

Die Familie der Oka O69A, vertreten durch Oksana, die nicht mehr in den aktiven Zuchteinsatz zurückkehren wird und ihre Tochter Oka-Blümchen, die 2016 gedeckt werden soll.

Last but not least die Familie der Maricka O66A, vertreten durch Masurenfee. Ihre Mutter Mirage war ja als Pachtstute bei uns und brachte uns in drei Zuchtjahren drei Fohlen, eine davon eben diese Masurenfee. Weiterlesen

Türchen 23 – Der Nachwuchs und seine Entwicklung

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Wies007 FB_09_016 IMG_3487Im heutigen Türchen wollen wir auf die Entwicklung und Entwicklungsphasen unseres Nachwuchses eingehen. Und wir werden ebenso unverblümt auch Bilder aus den Entwicklungsstadien zeigen, die vielleicht etwas weniger vorteilhaft sind. Aber das ist ja nach mehr als 20 Tagen Köhler egal, wir alle haben ja gelernt, dass das, was einmal war auch wieder kommt. 😉

Der älteste Nachwuchs ist 2009 geboren: Maravedi und Belle Pèlerine, alias BabyBelle zählen in nur wenigen Tagen fünf Jahre.

Maravedi war der Erstling der Mirage und kam in einer Schwerstgeburt zur Welt.

Er gehörte zu den Fohlen, deren Halsung nach Definition Köhler was „stuckig“ war zu Beginn und auch die Fesselung war stark durchtrittig in den ersten Tagen. Er war ein großes Fohlen, gerade auch für einen Erstling einer älteren Stute, wuchs und entwickelte sich gut, schien aber das Wachsen als Jährling und Zweijähriger ausschließlich im Zeitlupentempo vollziehen zu wollen. Dreijährig maß er gerade 164 cm. Nun ist er bald fünf, der Hals ist nicht mehr stuckig und die Fesseln schon lange nicht mehr durchtrittig. Das Stockmaß lautet 170 cm 🙂 – Eine spätreife Sorte eben.

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14-IMG_2677Belle Pèlerine, besser bekannt als BabyBelle, war von Anfang an eins: Groß!! Und so verlegen, dass ihr rechtes Vorderbein konstant um die Kurve lief 🙂 Sie war als Fohlen nur kurz ansprechend, ihr fehlte alles puppige, der Kopf bekam schon bald die gefürchteten Sarafan-Beulen (siehe Türchen ) und durch die komplette Wachstumsphase war sie wirklich „Schrotti“.

Heute vierjährig steht sie gerade auf einer 21.8er Röhre, ist mit 174 cm Stockmaß eingetragen und erhielt im Typ eine acht. Sie hat ein schönes trockenes Gesicht mit einem wundervollen Auge, einer tollen Halsung, einer guten Oberlinie und einem immer aktiv arbeitenden Hinterbein.

Hier hat sich ein Pferd entwickelt, was unterm Sattel wirklich Spaß macht und was uns sehr gut gefällt!

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2010 wurden Oka-Märchen und Beau Cadeau geboren, die uns beide schon als Absetzer verließen. Oka-Märchen stammt nicht aus unserer Zucht, hier zeichnet noch Frau Dr. Dobberthien vom Altmarkhof als Züchterin. „Unser“ Märchen hat sich gut entwickelt, ist zu einer mittelrahmigen Stute mit sehr viel Adel herangewachsen. Beau Cadeau hatte sich sehr gut entwickelt und für ihn war die Hengstvorstellung geplant, aber leider beendete ein unglücklicher Weideunfall sein junges Leben viel zu früh.

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08-IMG_26222011 gab es nur ein Fohlen: Masurenfee

Masurenfee ist die mütterliche Halbschwester von Maravedi und zählt ebenso – wie alle „M“ zur spätreifen Sorte. Auch gehört sie zu eben jener Sorte von Fohlen, die sich so dermaßen unharmonisch entwickeln und hinzu kommt das Sarafan-Erbe: Die Höcker auf dem Nasenrücken. Wie oft haben wir unser Grätchen angesehen und uns immer wieder Mut zugesprochen, dass die Entscheidung, sie zu behalten in jedem Falle richtig war. Dieser Jährling hatte wirklich nichts charmantes im Äußeren. Lediglich ihr Charakter, der ist gleichbleibend traumhaft von Anfang bis heute gewesen. Nun zweieinhalbjährig, in wenigen Tagen schon als dreijährig zählend wird sie langsam wieder zum Pferd.

Aber wie Köhler es schon schreibt, was einmal da war kommt wieder und so geht es langsam „berauf“. 164 cm Stockmaß bei einer 21.5er Röhre. Vom leichten Blüter-Fundament sind wir also weit entfernt. 🙂 Das erwartete Stockmaß laut Zigeunermaß liegt bei 170 cm.

Apropos Zigeunermaß – hier wollen wir nochmal kurz zu Köhler schwenken:

Ältere Pferdeleute haben das „Zigeunermaß“ nicht in Vergessenheit geraten lassen. Sie schworen darauf, und so haben die Verdener Auktionen hiermit eine Studienreihe eingeleitet, die weiterhin läuft und verglichen wird. Regelmäße Umfragen ergaben 1979 auszugsweise folgendes Resultat (nach Dr. Enno Hempel): „Das sog. Zigeunermaß ist eine Methode, bei noch nicht voll ausgereiften Pferden das noch zu erwartende Wachstum zu bestimmen. Die ermittelten Maße beziehen sich auf das Bandmaß. Zur Feststellung des Zigeunermaßes wird ein Band von der Köte des Vorderbeins zum Ellenbogenhöcker gespannt und von hier nach oben umgeschlagen. Aus dem Abstand über der Widerristhöhe ergeben sich die cm noch zu erwartenden Größengewinns. Als Ergebnis von großer Deutlichkeit kann gesehen werden, daß das sogenannte Zigeunermaß sehr gute Anhaltspunkte für noch zu erwartendes Wachstum bei Warmblutpferden bietet, die noch nicht ausgereift sind. Da die Gruppe der Pferde, die über das Zigeunermaß hinausgewachsen sind, mehr als doppelt so groß ist, wie die Gruppe der Pferde, die das Zigeunermaß nicht erreicht haben, wird man von zu vermutendem „Mindestwachstum“ sprechen können.“

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2012 wurden Belgabad, Mirar und Oka-Blümchen geboren.
(Für die Bildbetrachtung: Belgabad = 2xweiß / Mirar = 1xweiß/  Oka-Blümchen = braun)

Als Belgabad auf die Welt kam, sah er bereits aus wie ein drei Tage altes Fohlen – so viel „Fleisch“ war da dran – und die Tierärztin konstatierte „So einen kann auch nur Belle mal eben auf die Welt bringen..“. Und ganz anders als die Jungs sonst, die ja schon mal was döselig sind, wenn es um die Milchbar geht, hatte Belgabad das innerhalb von wenigen Minuten raus. Er erhielt seinen Spitznamen „Turbo“. Was er niemals verlor in der bisherigen Zeit des Wachstums war sein wunderschönes Gesicht und seinen ‚dicken‘ Hals. Aber ansonsten wachsen die unterschiedlichen Partien irgendwie nacheinander: Erst das Mittelstück, dann die Hinterbeine zuletzt die Vorderbeine. Und so führt das dazu, dass es selbst bei Mister Charming, Turbo, Phasen gibt, die zweifeln lassen könnten.

Vier Wochen nach Turbo kam Mirar zur Welt.  Groß und langbeinig, enorme Bewegungen, ganz nobel in der Aufmachung.. und doch in der Masse die Hälfte von Turbo. Mehr der blütige Sportlertyp. Er wurde „Schmali“ und blieb Schmali und er entwickelte sich bislang à la „M“. Schmali war wirklich kein schöner Absetzer! Der Kopf sah im ersten Winter aus wie eine Pelzkugel.

Wenn die pferdeunkundige Mutter aufs Paddock guckt und vorsichtig fragt: „Aber das da, das ist aber nicht so schön, oder?“, dann weiß der Züchter was das Stündlein geschlagen hat….

Über den Sommer hat er sich in jedem Falle gemacht und wenn er sich bewegt, dann sind da eben die besonders guten Momente! Drei super Grundgangarten und eine Elastizität, die den Wunsch hervorruft direkt den Sattel zu holen. Hier mussten wir beim Fotos-sortieren für dieses Türchen an Köhler denken. An die Beschreibung des Aspiranten, der mit „Hängehals“ vor der Kommission steht und sich dann aber in Bewegung vorbildlich präsentiert. Das ist aktuell unser Schmali 🙂

Und bei allem darf man eben auch nie vergessen, dass man immer zwei betrachtet und dass das Schmali-Entlein gemeinsam mit dem Turbo-Schwan laufen muss. Welcher mann wollte wohl gerne ständig neben Brad Pitt stehen…. oder welche Frau neben Angelina Jolie….

Oka-Blümchen, kurz Blümchen, war von Anfang an schön und harmonisch und blieb das bislang über die gesamte Entwicklungsdauer! Klar mal was überbaut, aber immer schön in Kopf und Halsung, in sich stimmig – eine echte Dauer-Puppe.

Und doch zeigen sich auch bei Oksanas Kindern gleiche Eigenschaften.

Beide Fohlen, die bislang hier zu Welt kamen, waren zu Beginn eher etwas straffer und hölzern, gerade der Trab eher à la tip-tip-tip. Sowohl Märchen als auch Blümchen fingen an gut zu werden, wenn die gleichaltrigen Spielkameraden schlechter wurden: Im Absetzer-Alter. Dann beginnt diese Sorte langsam, sich zu entfalten, nutzt Körper und Kraft und setzt diese um in Bewegungsdynamik und -mechanik.

Hier denken wir, dass sich Blümchen sehr vielversprechend entwickelt und sind dementsprechend gespannt, denn sie ist die designierte Nachfolgerin ihrer Mutter.

Alle drei Jährlinge liegen aktuell bei 154 / 155 cm Stockmaß und lassen – wenn man dem alten Zigeuner glaubt – ein Endmaß von ~ 170 + cm erwarten.

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Last but not least – die 2013er: Belle Française (Franzi) und Bel Greco (Grieche)

52-IMG_2843 32-IMG_2743970598_633477743348407_2020339418_n01-IMG_286619-IMG_2937Unterschiedlicher können Fohlen wohl kaum sein! Franzi, in Aufmachung und Habitus das blütige Edelpferd und der Grieche, eher den bodenständigen Typ repräsentierend.

Franzi, von Anfang an super korrekt und wunderschön. Auch wenn sie nun ein bißchen vereselt, so ist sie immer noch edel und vornehm, einfach ein ganz tolles Fohlen! Eine Stute! Unverkennbar in Rasse- und Geschlechtstyp. Das womit man eigentlich weiter züchten will…. wir werden also die Entwicklung abwarten 🙂

Der Grieche wiederholt vermutlich die Geschichte seiner Mutter. Zunächst kam er mal verlegen auf die Welt und stand reichlich vorbiegig. Der Kopf war verbeult und zugeschwollen, als Erstling musster er sich den Weg wohl hart erkämpfen. Er schickt sich also an, nun für die nächsten drei Jahre „Schrotti 2“ zu werden, selbst sein Fell hat die gleichen komischen Wirbel wie BabyBelle sie als Absetzer hatte und deshalb irgendwie immer wie ein geplatztes Sofakissen aussah.

In der Bewegung allerdings, ja da ist der Grieche der athletischere der beiden Fohlen des Jahrgangs. Gummi, Kraft – alles was das Herz begehrt. Und wenn man sich an die Mords Muskelpakete erinnert, die er schon als wenige Wochen alter Jüngling durch die Gegend trug, dann weiß man, wohin die Reise wieder gehen wird.

Bis dahin heißt es eben abwarten! Sicher ist nicht zu erwarten, dass aus einer spätreifen Stute angepaart mit einem spätreifen Hengst etwas frühreifes fällt.

Wir haben auf Sport angepaart und ob dies gelungen ist, werden wir erst in einigen Jahren erfahren. Wir wagen die Prognose, dass es geglückt sein könnte, denn der Grieche bringt alles mit, was erbraucht – nun muss er nur noch in seinen Körper rein wachsen 😉

[whohit]Tuer 23[/whohit]

 

Mach mal eben Internet….

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Im Leben eines Züchters gibt es neben den Pferden ja auch andere Dinge, die den Tagesablauf bestimmen – das wirkliche Leben also. Als da wären ein Beruf, der es überhaupt ermöglicht das ganze Brimborium zu finanzieren, recht große Flächen, die in irgendeiner Weise nach Pflege, Zaun etc. rufen, familiäre Dinge die beschäftigen und dann der ganz normale Wahnsinn in einem Haushalt mit viel Getier. Kommt dann, so wie im Sommer 2013 bei uns, eine Komplettrenovierung des Hauses noch hinzu, kommt der „geregelte“ Tagesablauf durch die Einschränkungen extrem ins Wanken.

Plötzlich lebt man auf einer Großbaustelle und gäbe es nicht moderne Smartphones, so wäre man von der Welt des Internets völlig getrennt. „Machste mal eben was auf die Hompage“ wird zu einem Riesenprojekt und das (schlechte Ge-) Wissen um die fehlende Aktualität zum festen Begleiter. Aber allem gilt es ja was Positives abzugewinnen und so zeugen nette Mails mit dem Inhalt „Wo bleiben neue Bilder?“ oder Anrufe, die mit den freundlichen Worten „Eure Hompage ist veraltet!“ starten, doch zumindest, dass es treue Besucher gibt!  🙂

Nun, wir haben wieder einen Computer-Arbeitsplatz im Haus und Text geht schon heute. Die Bilder kommen – ganz fest versprochen!

Hier und heute ein PDF aus dem aktuellen DER TRAKEHNER, in dem unsere Halbblutdamen Fee und Franzi in der Rubrik „Besondere Anpaarungen“ Erwähnung finden. Unsere Fee als Tochter des Bonaparte N AA ist Aufmacher zum Artikel und Franzi, betitelt als „herrliche Tochter des Icare d‘ Olympe AA“. Per Klick aufs Bild geht es zum PDF!

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