Türchen 23 – Nachfolger(in) gesucht…

Das Bild des heutigen Türchens ist sieben Jahre alt und zeigt Frank und Morgenstern beim Ausritt. Ein Jahr später ging Morgenstern dann komplett in Rente, machte nur noch den Onkel für die jungen Hengste.

Ab dem Zeitpunkt fehlte für Frank ein Pferd und seine eh schon nicht exzessiv  betriebene Reiterei kam völlig zum erlahmen. Nun mag man denken, dass ja genug Pferde da sind, um der Reiterei auch weiterhin zu frönen, aber ganz so einfach ist es für den Späteinsteiger und Reitanfänger eben doch nicht. Frank braucht was ganz sitzbequemes mit gutem Nerv und einer gewissen Grundausbildung. Vom Grundsatz her müssten wir einen zweiten Morgenstern backen…

Durch die Züchterei steht fest, dass wir hier einen reinen Weiberhaushalt betreiben und dass sich die Reitpferde aus der Gruppe der Zuchtstuten rekrutieren lassen müssen. BabyBelle wäre vom Sitzkomfort her ideal, aber sie ist schon viel Pferd und die Beziehung der beiden Protagonisten ist hier auch nicht die innigste… 🙂

Fee ist aufgrund der Bewegungen und aufgrund des Schwungs, den sie über den Rücken transportiert nicht für weniger versierte Reiter geeinget. On top hat sie eine gewisse Elektrizität am Bein….

Blümchen wäre ein passendes Modell, aber sie steht als Reitpferd aktuell nicht zur Verfügung, da tragend.

Bleibt noch Franzi, die von Größe und Sitzkomfort gut passen wird. Hier müssen wir gucken, wie die Heimarbeit dann zum Sporteinsatz passen wird und das im Gesamtpaket harmoniert.

Aber es kam jetzt mit dem Flieger natürlich wie es kommen musste, wie könnte es auch anders sein, bei einem Pferd, das von der Optik schon so nah an Morgenstern dran ist. Frank hatte die Woche schon Urlaub, beschäftigte sich was mit dm Flieger, holte ihn gesondert vom Paddock, lies ihn auf dem platz was laufen und tüddelte ein bisschen und versuchte sich schon mal im Video-Filmen, wenn Wetter und Licht es zuließen.

Und zack! Da hat der Flieger mit seinem Wesen Franks Herz geklaut.Weil er alles immer so brav und unaufgeregt erledigt. Und weil er so ein netter Kerl ist! Mit den Menschen und seinen Artgenossen. Er läuft seit ein paar Tagen zusammen mit Oksana, Omari und den beiden Fohlen und er ist einfach nur ein Schätzchen!

Wir haben jetzt begonnen ihn regelmäßig frei laufen zu lassen, er hört schon sehr gut auf die Stimmkommandos. Wir haben ihm auch mal ein Hindernis in den Weg gestellt, das er ohne großes Absperren und  Brimborium direkt sprang. Alles unaufgeregt eben. Das wird ein tolles Ausbildungspferd!

„Das wäre doch das richtige Pferd für mich!“ …. Stimmt, das könnte was werden, aber eigentlich sollen nur noch Stuten dauerhaft bleiben. Und der Flieger weckt durchaus auch schon Begehrlichkeiten bei Pferde-Suchenden im Netz. Wohin die Reise in den nächsten Monaten geht, bleibt wie immer abzuwarten. 😉

Türchen 22 – Sportliche Ziele für 2019

Bevor wir von unseren eigenen Zielen sprechen, zunächst die Mitteilung: dass es nun Amtlich ist:  Mirar und Mia haben die E-VS-Kaderberufung vom Pferdesportverband Hessen-Nassau e.V erhalten. Wir freuen uns! Das ist ein super Ergebnis für die zwei nach ihrem ersten gemeinsamen Jahr und ein Grundstein fürs weitere Vorwärtskommen.

Bei uns sieht der Plan wie folgt aus: Glück soll angeritten werden und dann ihre Stutenleistungsprüfung gehen. Wenn alles gut klappt, dann würden wir sie gerne zur Reitpferdeprüfung mit nach Hannover zum Trakehner Bundesturnier nehmen.

Bel Avion wird angeritten, für ihn sehen ebenfalls Reitpferdeprüfungen zur Disposition. Klar ist bei beiden Dreijährigen, dass das natürlich abhängig von ihren Entwicklungsphasen geschieht. Alles kann, nichts muss!!

Franzis Plan sieht ein etwas strafferes Programm vor. Mit Ihr würden wir gerne im Mai in die grüne Saison starten, Springpferde A, L und M, sind angestrebt. Das ist aber Karens Job un sie entscheidet was geht.  Wir würden sie zusätzlich auch gerne im Busch starten lassen, mal gucken, was sich da ergibt.

Limitierender Faktor ist hier, dass wir sie nicht aus dem Stall geben wollen und da wird es für die Vielseitigkeit schon schwer.

In jedem Falle soll sie nach Hannover aufs Bundesturnier, hier ist Springpferde M das Ziel.

Fee hat die alte Frau am Hals 🙂 –

In jedem Falle wollen wir die Niederrhein Hunter Tour mitreiten und wenn es gut läuft, dann vielleicht auch mal was schwereres. Das Rheinland einige schöne Turnierplätze in 2019 an.

Springen wollen wir auch wieder ein bisschen und hoffen, dass wir uns da positiv entwickeln können. Ab Januar geht es in jedem Falle wieder kräftig mit Training los,

Auch Fee soll aufs Bundesturnier, in jedem Falle wollen Mia und ich unbedingt den Generationenritt mit den beiden Geschwistern bestreiten.

Im nächsten Jahr wollen wir endlich mal Engel besuchen und dann direkt die Gelegenheit bei Schopfe packen und Trainings in Luhmühlen buchen.

Aber ganz egal was kommt – Hauptsache, es macht Spaß!! 🙂

Türchen 21 – Zuchtgedanken für 2019

Für das nächste Jahr haben wir drei Stuten für dem Zuchteinsatz geplant.

  1. Oka-Blümchen
  2. Belle Pèlerine (BabyBelle)
  3. Masurenglück

Oka-Blümchen hatte bislang zwei Fohlen, trägt nun das dritte. Was wir sagen können, ist dass beide Fohlen bei Geburt groß waren. Beide sind eher osteuropäisch gezogen, Obi hat was mehr Blut und ist gemäß der ersten Einschätzungen etwas gangstärker als Orik. Nun trägt sie von einem rein westdeutsch gezogenen Hengst, von Berlusconi. Das Ergebnis werden wir Mitte Mai 2019 bewerten können.  Obis Vater Adorator ist sehr blutgeprägt, ganz offenbar passt dies gut zu Blümchen.

Was also tun in 2019?

L’Elu de Dun AA wird nächstes Jahr die ersten Fohlen in Deutschland haben. Ein interessanter Anglo, 168 cm groß und selbst erfolgreich in schweren Springen. ER hat bereits erfolgreiche Nachkommen und seine Abstammung zeugt auch von Sportlichkeit.

Frank wollte immer mal Icare ausprobieren – mit Blick auf die großzügigen Partien, die unser Lieblingsfranzose mitgibt, ist er auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Nochmal Adorator? – Obi ist toll! Aber es wäre auch spannend erstmal zu verfolgen, wie er sich entwickelt.

Kommen wir zu BabyBelle:

Eine große Stute mit viel Körper, Mords Hals und enormen Springvermögen.  Sie ist aktuell tragend von Nathan,  hier warten wir das Ergebnis ab, bevor wir an Wiederholung denken, aber er ist im Rennen.

Von ihren ersten beiden Fohlen können wir sicher berichten, dass sie einen sehr guten Nerv haben! Der Grieche war am Sprung gewaltig und auch gewaltig in seiner Bewegungsdynamik. Den letzten Adel ließ er etwas vermissen.

Vom Blutanteil sogar geringer, aber doch feiner in Typ und Körper ist der Flieger, wobei „fein“ hier auch relativ ist. Er kommt in 2019 unter den Sattel, zeigt sich aber schon patent bei Freispringen und wird sicher ein sehr gutes Ausbildungspferd.

Wer uns hier im Kopf rum schwirrt ist Der Dürer a.d. Dalmatika v. Trafaret. Er war einst Trakehner Springpferdechampion, Interieur-Sieger seines Veranlagungstests, international siegreich in schweren Konkurrenzen unter Michael Jung. 2019 erstmalig im FS-Versand zu bekommen. Das Fragezeichen, dass schon mal bei ihm an der Größenvererbung hängt, darf uns bei BabyBelle grad egal sein.

Last but not least: Masurenglück soll im nächsten Jahr erstmalig belegt werden und selten waren wir so ideenlos…. Am liebsten würden wir Vasnupied nehmen, aber TG fällt bei einer Maidenstute aus. Große Partien sollte der Hengst idealerweise mitbringen und bitte auch schon was im Sport geleistet haben.

Wenn man auf die Entwicklung von Maracana guckt, dann drängt sich Icare auf.

Und aufgrund von Format und Rittigkeit passt hier vielleicht auch Adorator sehr gut.

Berlusconi können wir uns auch hier vorstellen, wollen aber in jedem Falle Blümchens Fohlen abwarten.

Prince Patmos? Seit kurzem quasi in der Nachbarschaft stationiert. Wir mochten Ihn damals bei seiner Körung sehr, dann war er lange im Ausland – hier wäre unsererseits noch was Recherche von Nöten, um eine genaue Meinung auszubilden.

Abschließend betrachtet kann man sagen, dass die Luft doch verdammt dünn wird, wenn man mittlerweile durch den Hengstverteilungsplan blättert und nicht gerade auf schwarz, schön und strampelnd abfährt. Trotz einer riesigen Masse an Hengsten bleibt irgendwie wenig Auswahl….

Wenn hier jemand tolle Ideen hat, freuen wir uns über Kommentare 😉

Türchen 20 – Der Rauch verzieht sich…

Seit 2009 ist die unsägliche Verordnung in Kraft, dass alle neu geborenen Equiden mit dem mistigen Chip gekennzeichnet werden müssen. Deutschland musste die EU-Gesetzgebung mal wieder besonders gut umsetzen und ließ die Möglichkeit für Ausnahmeregelungen in seiner Viehverkehrsordnung ungenutzt, Ausnahmen wären durchaus durchaus möglich gewesen: Österreich machte es vor! Hier gibt es keine keine Transponderpflicht.

In Deutschland nahmen es Verbände und Organe mit Schulterzucken hin. Warnende Stimmen, dass der Heißbrand damit bald der Vergangenheit angehörte wurden belächelt. Trotz Chip durfte ja weiter per Brandzeichen gekennzeichnet werden.

Und dann kam es wie es kommen musste! Bereits ein Jahr nach Inkrafttreten der EU-Verordnung vermeldete die Bundestierärztekammer, dass das Brennen  aus tierschutzrechtlichen Gründen nun nicht mehr zu vertreten sei, da eine Kennzeichnung des Pferdes mittels Heißbrand im Zeitalter des Transponders nicht mehr notwendig wäre. Peta startete die unsägliche Kampagne „Fühl Dich wie ein Pferd“ – abgelichtet war eine Dame die ein Branding auf der Schulter zeigte. Dass die Wirklichkeit sich ganz anderes darstellt, berichteten wir unter anderem hier.

„Fohlen erleiden beim Brennen mit dem verbandseigenen Markenzeichen eine hochgradige Verbrennung, die unter Bildung einer Narbe abheilt. Nur durch diese gezielte Verbrennung bleibt das Brandzeichen permanent sichtbar. Eine Schmerzbehandlung findet nicht statt“ – so die Kritik der Bundestierärztekammer. Weiter: „Mit der neuen EU-Verordnung haben die Brandzeichen ihren Zweck verloren und damit muss die Ausnahmeregelung im Deutschen Tierschutzgesetz aufgehoben werden. Schließlich fügt man dem Fohlen durch das Brennen grundlos Schmerzen zu.“

Nun haben sie sich durchgesetzt, ab 2019 darf kein Brandzeichen mehr gesetzt werden. Der Brand als solches ist dabei gar nicht das Thema, sondern der Schmerz!

Es darf nicht ohne Schmerzausschaltung gebrannt werden. Ein für diesen Anwendungszweck geeignetes und für den den Veterinärbereich zugelassenes Lokalanästhetikum gibt es derzeit aber nicht. Es gäbe wohl geeignete Präparate, aber eine Zulassung ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht im Fokus. Die Verwendung eines passenden Humanpräparates nicht zulässig… – Willkommen in der Muppets Show!!

Bei den Schweinen sieht es ganz anders aus: Rein theoretisch hätten die deutschen Ferkelerzeuger  – wie abartig schon dieses Wort klingt!! – ab dem nächsten Jahr nicht mehr ohne Betäubung kastrieren dürfen. Eine Maßnahme, die ja nach gesundem Menschenverstand durchaus mal als notwendig angesehen werden dürfte, denn dass man einem Individuum nicht bei vollem Bewusstsein und Schmerzempfinden die Hoden abschneidet, sollte doch wohl jeder verstehen, oder??

Weit gefehlt!! – Nach Scheitern eines Antrages auf Fristverlängerung im Bundestages, schaltete sich der Koalitionsausschuss  der Regierungsparteien ein und schaffte es, die Übergangsfrist bis zum vollständigen Verbot der betäubungslosen  Kastration um zwei Jahre zu verlängern.

Und erneut rufen wir aus: „Willkommen in der Muppets Show!!!“ –  Hip Hip Hurray, dem Tierschutz ist ein enormer Schritt geglückt! Wir Pferdezüchter, von Hause aus ja sowieso die größten Tierquäler unter Gottes Sonne, sind gezwungen diese unsäglichen Transponder zu nutzen und das Risiko zu tragen, dass die Mist-Dinger wandern wie schon x-Male geschehen und dokumentiert. Und warum? Weil gerne Firmen und Veterinäre Geld verdienen, weil unsere Verbände und Organisationen – allen voran die FN – vollkommen versagt haben und weil wir schlicht und ergreifen keine Lobby haben. Den armen Ferkeln dürfen weiterhin bei vollem Bewusstsein die Eier abgeschnitten werden! …..

Dass der Mikrochip enorme Fehlerquellen bietet, wird ignoriert. Chip nicht mehr lesbar, Einfach einen weitere Chip in das darüber liegende Gewebe gesetzt (es wird nur der oberste gelesen), Chip wandert und verursacht Schmerzen / Fistelbildung bis hin zur OP, etc. pp.

Egal! – Hauptsache die Presse stimmt! Unsere Regierung tut was für den Tierschutz! Sie tut ja auch was fürs Klima, votiert für E-Mobilität (mit Strom aus Braunkohle) und hetzt wider allen wissenschaftlichen Erkenntnissen gegen den Diesel……

Ferkelkastration? – Egal!

Massentierhaltung? – Egal!

Abscheuliche Zustände in Schlachthöfen? – Egal!

Wichtig ist der Heißbrand!!! Denn der bewegt ja anscheinend die Gemüter. Hier hat auch ein jeder, der für 0,99 EUR beim Discounter das Billigfleisch kauft mal die Möglichkeit, ganz ohne dass es seine eigene Komfortzone betrifft, über Tierschutz zu schwafeln….Es ist schlicht und ergreifend unfassbar!!!

Sinnvoll wäre der Schenkelbrand plus DNA-Abstammungsprofil gewesen, ein Weg, der gemäß der europäischenn Vorschriften durchaus hätte bestritten werden können. Er wurde verpennt!! Auf höchster Ebene und mit sehendem Auge! Nun ist es zu spät, der leidtragende ist der Züchter. Und vor allen anderen das arme Fohlen! Das Fohlen, dem eine Mords-Nadel in den Hals gedrückt wird. Das Fohlen das dafür fixiert werden muss, dass sich ggfs. vor lauter Gegenwehr und Schreck überschlägt, das Fohlen, dass Jahre später vielleicht in eine Klinik muss damit der bis zum Genick gewanderte Chip entfernt werden muss.

Wenn die FN und die Zuchtverbände nun lamentieren, kann man nur hoffen, dass sie bei der nächsten Entscheidung etwas früher aufwachen. Denn dieser Zug wird wohl abgefahren sein. Schämt Euch!! Ihr solltet uns vertreten und das Wohl der Pferde im Auge haben. Aufgabe verfehlt, Note sechs, setzen!

Türchen 17 – Von tollen Fohlen und schwarzen Schafen

Wir hatten es schon im letzten Jahr bei den Gedanken zum Pferdemarkt.

Zucht und Sport leben davon, dass es viele Hobbyzüchter wir uns gibt. Und auch, wenn unsere Zucht nicht auf den Fohlenverkauf ausgelegt ist, so stehen sind doch auch die Fohlen schon zum Verkauf. Das ist wirtschaftlich gesehen nicht zuletzt auch so interessant, weil ein Verkauf im jungen Alter das Risiko der Aufzucht für den Züchter nullt. Denn jeder, der sich mit Perden beschäftigt, weiß auch, dass in der Aufzucht jede Menge passieren kann.

Fohlen auf einer Auktion ausstellen zu dürfen zeugt von einer gewissen Qualität und hat dadurch eben auch Werbe-Charakter. Welcher Züchter freut sich nicht, wenn sein Zuchtprodukt zu einer definierten Eliteklasse gehört.

Die Auktionen gelten als Barometer des Marktes und werden von der Öffentlichkeit genauestens beobachtet. Nicht zuletzt definiert sich der Erfolg eines Hengstes auch an den Preisen seiner Nachkommen – Ein Grund warum nicht wenige Vertreter der ersten Jahrgänge eines Vererbers zu enormen Preisen verauktioniert werden. Der werbewirksame Medienrummel ist quasi direkt inklusive.

Ist der Kaufvertrag nun offiziell abgeschlossen, so sollte es an die Erfüllung gehen. Eigentlich! Nach den Auktionen geschehen dann aber mitunter die kuriosesten Dinge. Der Betrag wird nicht auf das in den Auktionsbedingungen angegebene Treuhandkonto überwiesen. Das Fohlen wird nicht, wie in den Auktionsbedingungen angegeben abgeholt, sondern der betroffene Züchter bekommt die Lieferung inklusive Datum und Uhrzeit wann das zu erfolgen hat vorgegeben. Und last but not least bekommt er dann bei Anlieferung mitgeteilt, dass der Käufer nun – aus welchen Gründen auch immer – nicht mehr bereit wäre den Kaufpreis von X zu bezahlen. Wenn er aber schon mal da wäre, könne er das Fohlen für ein Viertel von X trotzdem gerne da lassen. Nicht selten passiert dann genau das.

Dreistheit siegt? – Ganz offensichtlich und der Gelackmeierte ist der Züchter!

Nun kommen wir zurück, dass die meisten Züchter Hobbyzüchter sind und mit Sicherheit ihre rechtlichen Mittel nicht oder nur ungenügend ausschöpfen. Da ist dann die Angst vor Gerichts- und Anwaltskosten, vor dem Aufwand. Kurz: Die meisten ärgern sich still in sich hinein und lassen die Sache auf sich beruhen.

Und wenn man der Meinung ist, das passiert nur auf Auktionen und zu Hause hätte man bessere Optionen, so wurden wir in diesem Jahr eines besseren belehrt! Unser Obi ist ein sehr gutes Fohlen, das schon im Alter von wenigen Tagen / Wochen die entsprechenden Begehrlichkeiten diverser Interessenten weckte. Aufgrund der seltenen Genetik und der Sportlichkeit von Vater und Mutter eine hoch interessante Abstammung, schick, groß, bewegungsstark und korrekt.

Er war schnell verkauft – zumindest auf dem Papier. Der Vertrag war unterschrieben, die Modalitäten waren geregelt – er sollte zur Aufzucht bleiben, ein Aufzuchtskumpel wurde sichergestellt. Anderen Interessenten wurde abgesagt.

Was ausblieb war die Bezahlung. Was dafür folgte, hätte auch eine Episode aus Grimms Märchen sein können. Danach totale „Funkstille“. Nachforschungen im Internet ergaben dann, dass der Käufer es ganz offensichtlich mit der Wahrheit eh nicht so ganz genau nimmt, da es da schon Negativschlagzeilen aus einem anderen Bereich in einer großen norddeutschen Tageszeitung gab. Aber das nutzt uns ja alles nichts, zu guter Letzt war Obi bereits abgesetzt, die anderen Interessenten hatten sich mit Alternativen versorgt und die Aufzuchtsherden waren fest gebildet.

Ein alternativer Verkauf ist vorerst nicht denkbar und Obi bleibt somit zunächst bei uns.

Im Gespräch mit anderen erfuhren wir dann, dass unsere Situation kein Einzelfall ist. Scheinbar ist es mittlerweile Gang und Gäbe die Züchter zu ver*****en. Mit den Hobby-Leuten kann man es ja machen. – Nun, in unserem Falle beschäftigen sich jetzt die Juristen damit. Es ist ja nicht nur der Kaufpreis, der ausbleibt, auch die Folgekosten sind ja nicht zu verachten. Unterbringung und Arbeitszeit, die Futterpreise in 2018 explodieren, eine Lebensversicherung ist von Nöten, Schmied und Tierarzt müssen berücksichtig werden.

Und das schlimmste ist, dass wir uns immer dafür rühmen, unsere Käufer im Sinne unserer Pferde sorgfältig auszuwählen. Aber diese Geschichte zeigt dann, dass man den Menschen eben doch nur vor den Kopf guckt….