Türchen 24 – Frohe Weihnachten!

Hallo liebe Leser, traditionell bin ich es mal wieder, Eure BabyBelle, die das letzte Türchen schreiben darf.

Die Eimerträger haben fertig, der Baum steht – dieses Jahr auch ganz ohne Dramen. 🙂 Morgen gibt es Weihnachtsmash für uns alle. Ich freu mich drauf, denn in meinem Bauch rumpelt es schon ganz schön rum und ich trage auch eine ordentliche Kugel mit mir. Noch drei Monate und dann werde ich wieder Mutter. So wie es sich für die Chefin gehört. Genauso wie ich auch das meiste Futter verdiene. Doof nur, dass die Eimerträger die beiden Fressplätze so weit auseinander stehen haben – da verbrauchst Du beim Hin-und-Her-laufen mehr Kalorien als Du durch beschützen des Platzes sicherstellen kannst. – Naja, was soll es? – Jedem das Seine, Hauptsache mir das Meiste! Blümchen ist auch schon wieder völlig aus dem Leim, obwohl sie erst im Mai Mutter wird, warum sollte ich mich da zurückhalten?

Die letzten 23 Tage habe wir Euch wieder mit auf  eine kleine Erzählreise genommen und unser Kalender war dieses Jahr vielleicht auch was weniger anspruchsvoll als in den Vorjahren – man kann ja auch nicht jedes Jahr das Rad neu erfinden -, wir hoffen aber, dass Ihr trotzdem ein bisschen Spaß mit uns hattet. Es sind mittlerweile so viele Themen rund ums Pferd, die die Gemüter bewegen , da werden selbst kleine Adventstürchen schon manches Mal zum Eiertanz…

Bilder von einem Dreijährigen unter dem Sattel begeistern die Einen und holen aber auch direkt wieder die Anderen auf den Plan, die völlig ungefragt und mahnend den Finger schwenken. Natürlich nur in der besten Absicht!

Und so ist es wohl auch manchem Halter eines alten Pferdes in diesem letzten Sommer gegangen. Die extrem trockene Witterung hat vielen alten Artgenossen sehr zugesetzt und sie wurden extrem dünn. Und zack, da waren sie, die An-der-Weide-Vorbeiläufer, die den dünnen alten Kameraden mit dem Handy ablichteten und das Bild dann direkt mal ins Netz stellten. Natürlich entsprechend kommentiert. Dann kamen die vielen anderen, die es auch besser wussten und auch ganz bestimmt besser machen würden. Schimpfe gab es für den bösartigen Halter, der sein Pferd verhungern ließe und das wohl offenbar auch ganz gezielt, denn der auf dem Bild ebenso erkennbare Kumpel war sehr wohlgenährt. Gewundert hat sich darüber aber erstmal keiner. Im Zweifel für den Angeklagten? – Weit gefehlt! Ich weiß, die Eimerträger haben sich oft Gedanken gemacht, weil ja der alte Sterni trotz allem extra Futter auch so dünn aussah.

Alt werden ist nicht immer schön, aber wer nicht alt werden will, der muss jung sterben. Soll es das sein? – Wie weit ist es denn gekommen, wenn wir nicht mehr leben dürfen, nur weil wir im Alter eben nicht mehr so toll aussehen und vielleicht auch mal was dünner werden? Passen wir dann nicht mehr ins Schönheitsideal, das vom Spaziergänger erwartet wird? So wie die Gurke per Norm nicht mehr krumm sein darf, dürfen wir Vierbeiner nicht mehr dünn sein? Nie? Oder sollen sie uns dann besser hinter verschlossenen Türen halten, damit uns keiner mehr sieht… Also ich weiß nicht….

Die Adventszeit ist eine Zeit, in der man Zeit hat, darüber nachzudenken, wofür es sich lohnt, sich Zeit zu nehmen.

– Gudrun Kropp –

Vielleicht lohnt es sich ja, sich auch die Zeit zu nehmen darüber nachzudenken, ob manche Dinge nicht differenzierter betrachtet werden müssen und es nicht eine bessere Plattform dafür gibt als das www.  Ob es nicht vielen Dingen besser und zielführender wäre, mit den Betroffenen zu sprechen, bevor man ungefragt postet, teilt und kommentiert? Ja vielleicht sogar verurteilt?

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein Frohes Weihnachtsfest und drücke wie jedes Jahr die Daumen für Euch, dass Ihr genauso tolle Vierbeiner habt, wie wir hier welche sind! Und wenn nicht, dass ihr bald welche findet! Denn denkt immer daran: Man kann ohne Pferde leben, es lohnt aber nicht! Und ohne Trakehner lohnt es noch viel weniger!

Frohe Weihnachten,

Eure BabyBelle

 

Türchen 22 – Sportliche Ziele für 2019

Bevor wir von unseren eigenen Zielen sprechen, zunächst die Mitteilung: dass es nun Amtlich ist:  Mirar und Mia haben die E-VS-Kaderberufung vom Pferdesportverband Hessen-Nassau e.V erhalten. Wir freuen uns! Das ist ein super Ergebnis für die zwei nach ihrem ersten gemeinsamen Jahr und ein Grundstein fürs weitere Vorwärtskommen.

Bei uns sieht der Plan wie folgt aus: Glück soll angeritten werden und dann ihre Stutenleistungsprüfung gehen. Wenn alles gut klappt, dann würden wir sie gerne zur Reitpferdeprüfung mit nach Hannover zum Trakehner Bundesturnier nehmen.

Bel Avion wird angeritten, für ihn sehen ebenfalls Reitpferdeprüfungen zur Disposition. Klar ist bei beiden Dreijährigen, dass das natürlich abhängig von ihren Entwicklungsphasen geschieht. Alles kann, nichts muss!!

Franzis Plan sieht ein etwas strafferes Programm vor. Mit Ihr würden wir gerne im Mai in die grüne Saison starten, Springpferde A, L und M, sind angestrebt. Das ist aber Karens Job un sie entscheidet was geht.  Wir würden sie zusätzlich auch gerne im Busch starten lassen, mal gucken, was sich da ergibt.

Limitierender Faktor ist hier, dass wir sie nicht aus dem Stall geben wollen und da wird es für die Vielseitigkeit schon schwer.

In jedem Falle soll sie nach Hannover aufs Bundesturnier, hier ist Springpferde M das Ziel.

Fee hat die alte Frau am Hals 🙂 –

In jedem Falle wollen wir die Niederrhein Hunter Tour mitreiten und wenn es gut läuft, dann vielleicht auch mal was schwereres. Das Rheinland einige schöne Turnierplätze in 2019 an.

Springen wollen wir auch wieder ein bisschen und hoffen, dass wir uns da positiv entwickeln können. Ab Januar geht es in jedem Falle wieder kräftig mit Training los,

Auch Fee soll aufs Bundesturnier, in jedem Falle wollen Mia und ich unbedingt den Generationenritt mit den beiden Geschwistern bestreiten.

Im nächsten Jahr wollen wir endlich mal Engel besuchen und dann direkt die Gelegenheit bei Schopfe packen und Trainings in Luhmühlen buchen.

Aber ganz egal was kommt – Hauptsache, es macht Spaß!! 🙂

Türchen 21 – Zuchtgedanken für 2019

Für das nächste Jahr haben wir drei Stuten für dem Zuchteinsatz geplant.

  1. Oka-Blümchen
  2. Belle Pèlerine (BabyBelle)
  3. Masurenglück

Oka-Blümchen hatte bislang zwei Fohlen, trägt nun das dritte. Was wir sagen können, ist dass beide Fohlen bei Geburt groß waren. Beide sind eher osteuropäisch gezogen, Obi hat was mehr Blut und ist gemäß der ersten Einschätzungen etwas gangstärker als Orik. Nun trägt sie von einem rein westdeutsch gezogenen Hengst, von Berlusconi. Das Ergebnis werden wir Mitte Mai 2019 bewerten können.  Obis Vater Adorator ist sehr blutgeprägt, ganz offenbar passt dies gut zu Blümchen.

Was also tun in 2019?

L’Elu de Dun AA wird nächstes Jahr die ersten Fohlen in Deutschland haben. Ein interessanter Anglo, 168 cm groß und selbst erfolgreich in schweren Springen. ER hat bereits erfolgreiche Nachkommen und seine Abstammung zeugt auch von Sportlichkeit.

Frank wollte immer mal Icare ausprobieren – mit Blick auf die großzügigen Partien, die unser Lieblingsfranzose mitgibt, ist er auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Nochmal Adorator? – Obi ist toll! Aber es wäre auch spannend erstmal zu verfolgen, wie er sich entwickelt.

Kommen wir zu BabyBelle:

Eine große Stute mit viel Körper, Mords Hals und enormen Springvermögen.  Sie ist aktuell tragend von Nathan,  hier warten wir das Ergebnis ab, bevor wir an Wiederholung denken, aber er ist im Rennen.

Von ihren ersten beiden Fohlen können wir sicher berichten, dass sie einen sehr guten Nerv haben! Der Grieche war am Sprung gewaltig und auch gewaltig in seiner Bewegungsdynamik. Den letzten Adel ließ er etwas vermissen.

Vom Blutanteil sogar geringer, aber doch feiner in Typ und Körper ist der Flieger, wobei „fein“ hier auch relativ ist. Er kommt in 2019 unter den Sattel, zeigt sich aber schon patent bei Freispringen und wird sicher ein sehr gutes Ausbildungspferd.

Wer uns hier im Kopf rum schwirrt ist Der Dürer a.d. Dalmatika v. Trafaret. Er war einst Trakehner Springpferdechampion, Interieur-Sieger seines Veranlagungstests, international siegreich in schweren Konkurrenzen unter Michael Jung. 2019 erstmalig im FS-Versand zu bekommen. Das Fragezeichen, dass schon mal bei ihm an der Größenvererbung hängt, darf uns bei BabyBelle grad egal sein.

Last but not least: Masurenglück soll im nächsten Jahr erstmalig belegt werden und selten waren wir so ideenlos…. Am liebsten würden wir Vasnupied nehmen, aber TG fällt bei einer Maidenstute aus. Große Partien sollte der Hengst idealerweise mitbringen und bitte auch schon was im Sport geleistet haben.

Wenn man auf die Entwicklung von Maracana guckt, dann drängt sich Icare auf.

Und aufgrund von Format und Rittigkeit passt hier vielleicht auch Adorator sehr gut.

Berlusconi können wir uns auch hier vorstellen, wollen aber in jedem Falle Blümchens Fohlen abwarten.

Prince Patmos? Seit kurzem quasi in der Nachbarschaft stationiert. Wir mochten Ihn damals bei seiner Körung sehr, dann war er lange im Ausland – hier wäre unsererseits noch was Recherche von Nöten, um eine genaue Meinung auszubilden.

Abschließend betrachtet kann man sagen, dass die Luft doch verdammt dünn wird, wenn man mittlerweile durch den Hengstverteilungsplan blättert und nicht gerade auf schwarz, schön und strampelnd abfährt. Trotz einer riesigen Masse an Hengsten bleibt irgendwie wenig Auswahl….

Wenn hier jemand tolle Ideen hat, freuen wir uns über Kommentare 😉

Türchen 20 – Der Rauch verzieht sich…

Seit 2009 ist die unsägliche Verordnung in Kraft, dass alle neu geborenen Equiden mit dem mistigen Chip gekennzeichnet werden müssen. Deutschland musste die EU-Gesetzgebung mal wieder besonders gut umsetzen und ließ die Möglichkeit für Ausnahmeregelungen in seiner Viehverkehrsordnung ungenutzt, Ausnahmen wären durchaus durchaus möglich gewesen: Österreich machte es vor! Hier gibt es keine keine Transponderpflicht.

In Deutschland nahmen es Verbände und Organe mit Schulterzucken hin. Warnende Stimmen, dass der Heißbrand damit bald der Vergangenheit angehörte wurden belächelt. Trotz Chip durfte ja weiter per Brandzeichen gekennzeichnet werden.

Und dann kam es wie es kommen musste! Bereits ein Jahr nach Inkrafttreten der EU-Verordnung vermeldete die Bundestierärztekammer, dass das Brennen  aus tierschutzrechtlichen Gründen nun nicht mehr zu vertreten sei, da eine Kennzeichnung des Pferdes mittels Heißbrand im Zeitalter des Transponders nicht mehr notwendig wäre. Peta startete die unsägliche Kampagne „Fühl Dich wie ein Pferd“ – abgelichtet war eine Dame die ein Branding auf der Schulter zeigte. Dass die Wirklichkeit sich ganz anderes darstellt, berichteten wir unter anderem hier.

„Fohlen erleiden beim Brennen mit dem verbandseigenen Markenzeichen eine hochgradige Verbrennung, die unter Bildung einer Narbe abheilt. Nur durch diese gezielte Verbrennung bleibt das Brandzeichen permanent sichtbar. Eine Schmerzbehandlung findet nicht statt“ – so die Kritik der Bundestierärztekammer. Weiter: „Mit der neuen EU-Verordnung haben die Brandzeichen ihren Zweck verloren und damit muss die Ausnahmeregelung im Deutschen Tierschutzgesetz aufgehoben werden. Schließlich fügt man dem Fohlen durch das Brennen grundlos Schmerzen zu.“

Nun haben sie sich durchgesetzt, ab 2019 darf kein Brandzeichen mehr gesetzt werden. Der Brand als solches ist dabei gar nicht das Thema, sondern der Schmerz!

Es darf nicht ohne Schmerzausschaltung gebrannt werden. Ein für diesen Anwendungszweck geeignetes und für den den Veterinärbereich zugelassenes Lokalanästhetikum gibt es derzeit aber nicht. Es gäbe wohl geeignete Präparate, aber eine Zulassung ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht im Fokus. Die Verwendung eines passenden Humanpräparates nicht zulässig… – Willkommen in der Muppets Show!!

Bei den Schweinen sieht es ganz anders aus: Rein theoretisch hätten die deutschen Ferkelerzeuger  – wie abartig schon dieses Wort klingt!! – ab dem nächsten Jahr nicht mehr ohne Betäubung kastrieren dürfen. Eine Maßnahme, die ja nach gesundem Menschenverstand durchaus mal als notwendig angesehen werden dürfte, denn dass man einem Individuum nicht bei vollem Bewusstsein und Schmerzempfinden die Hoden abschneidet, sollte doch wohl jeder verstehen, oder??

Weit gefehlt!! – Nach Scheitern eines Antrages auf Fristverlängerung im Bundestages, schaltete sich der Koalitionsausschuss  der Regierungsparteien ein und schaffte es, die Übergangsfrist bis zum vollständigen Verbot der betäubungslosen  Kastration um zwei Jahre zu verlängern.

Und erneut rufen wir aus: „Willkommen in der Muppets Show!!!“ –  Hip Hip Hurray, dem Tierschutz ist ein enormer Schritt geglückt! Wir Pferdezüchter, von Hause aus ja sowieso die größten Tierquäler unter Gottes Sonne, sind gezwungen diese unsäglichen Transponder zu nutzen und das Risiko zu tragen, dass die Mist-Dinger wandern wie schon x-Male geschehen und dokumentiert. Und warum? Weil gerne Firmen und Veterinäre Geld verdienen, weil unsere Verbände und Organisationen – allen voran die FN – vollkommen versagt haben und weil wir schlicht und ergreifen keine Lobby haben. Den armen Ferkeln dürfen weiterhin bei vollem Bewusstsein die Eier abgeschnitten werden! …..

Dass der Mikrochip enorme Fehlerquellen bietet, wird ignoriert. Chip nicht mehr lesbar, Einfach einen weitere Chip in das darüber liegende Gewebe gesetzt (es wird nur der oberste gelesen), Chip wandert und verursacht Schmerzen / Fistelbildung bis hin zur OP, etc. pp.

Egal! – Hauptsache die Presse stimmt! Unsere Regierung tut was für den Tierschutz! Sie tut ja auch was fürs Klima, votiert für E-Mobilität (mit Strom aus Braunkohle) und hetzt wider allen wissenschaftlichen Erkenntnissen gegen den Diesel……

Ferkelkastration? – Egal!

Massentierhaltung? – Egal!

Abscheuliche Zustände in Schlachthöfen? – Egal!

Wichtig ist der Heißbrand!!! Denn der bewegt ja anscheinend die Gemüter. Hier hat auch ein jeder, der für 0,99 EUR beim Discounter das Billigfleisch kauft mal die Möglichkeit, ganz ohne dass es seine eigene Komfortzone betrifft, über Tierschutz zu schwafeln….Es ist schlicht und ergreifend unfassbar!!!

Sinnvoll wäre der Schenkelbrand plus DNA-Abstammungsprofil gewesen, ein Weg, der gemäß der europäischenn Vorschriften durchaus hätte bestritten werden können. Er wurde verpennt!! Auf höchster Ebene und mit sehendem Auge! Nun ist es zu spät, der leidtragende ist der Züchter. Und vor allen anderen das arme Fohlen! Das Fohlen, dem eine Mords-Nadel in den Hals gedrückt wird. Das Fohlen das dafür fixiert werden muss, dass sich ggfs. vor lauter Gegenwehr und Schreck überschlägt, das Fohlen, dass Jahre später vielleicht in eine Klinik muss damit der bis zum Genick gewanderte Chip entfernt werden muss.

Wenn die FN und die Zuchtverbände nun lamentieren, kann man nur hoffen, dass sie bei der nächsten Entscheidung etwas früher aufwachen. Denn dieser Zug wird wohl abgefahren sein. Schämt Euch!! Ihr solltet uns vertreten und das Wohl der Pferde im Auge haben. Aufgabe verfehlt, Note sechs, setzen!

Türchen 19 – Von kleinen Krümeln die sich verspäten…

Da wir dieses Jahr selbst nur ein Fohlen hatten, suchten wir nach einer weiteren tragenden Stute, die über die Fohlensaison zu uns kommen sollte. Es fand sich eine geeignete Kandidatin, die darüber hinaus passender Weise auch noch die Elchschaufel trägt. Und so zog früh im Jahr Kontessa, Vollschwester zum bis Grand Prix erfolgreichen Buddenbrook-Sohn King Arthur, der 2014 zum Trakehner Hengst des Jahres gekürt wurde. – Die Abstammung war zwar kein Einstell-Kriterium, aber ist ja ganz interessant zu wissen . 😉

Ausgerechnet war das Fohlen von Schwarzgold für Anfang April, „Prima“ dachten wir, dann sind die beiden Fohlen ne gute Woche auseinander – Passt!!

Die Integration klappte auch gut, Kontessa wurde sehr schnell ziemlich beste Freundin von Oksana und so bildeten die drei dunkelbraunen Damen die Mami-Truppe. Zweimal Mami und einmal Gouvernante, bzw. Oma.

Die Kamera wurde im Stall montiert und die Kontessa wurde beobachtet. Sie machte nicht wirklich Euter. Und da merkt man dann mal, wie man doch verwöhnt ist von den eigenen Damen, der ganzen PH-Wert-Messung und der damit doch recht genauen Einschätzung des kritischen Zeitpunkts. Ohne Euter keine Milch und ohne Milch kein PH-Wert. Das heißt dann tatsächlich Nachtwache über einen langen Zeitraum mit regelmäßigem Kamera-Check.

Das S.O.S Fohlenpaket lag bereit und wir beobachteten. …

Am 15. April fohlte Blümchen und wir hofften, dass sich Kontessa davon „animieren“ lassen würde. Die Tage verstrichen. Zwischenzeitlich hatten wir mal Angst, dass da gar nix drin sei, denn die großrahmige Kontessa konnte ihre Trächtigkeit figurtechnisch sehr gut verbergen. Eine tierärztliche Kontrolle ergab aber, dass nach wie vor eine Trächtigkeit vorhanden war. Am 07. Mai machte Kontessa die 365 Tage Tragezeit voll.  Nach wie vor kein Fohlen in Sicht.

Am Sonntag den 13. Mai musste das S von SF dann auf Dienstreise, eine Woche Stuttgart stand auf dem Plan. Es kam wie es kommen musste: Kontessa fohlte am 14. Mai um 1:30. – 372 Tage Tragezeit!!

Hengstfohlen, zart und klein und trotz langer Tragezeit eher unreif aber trotzdem fidel und munter. – Eine neue Situation dass S von SF auf den Zuschauerrang hinter dem Monitor verwiesen war, ein andere Chance bestand ja von Stuttgart aus nicht.

Frank kämpfte vor Ort dann zunächst alleine bis die Besitzerin eintraf und leider war die Milch nicht wie erhofft während der Geburt eingeschossen. So war dann da definitiv zu wenig. Es gab Kolostrum aus dem Notfallpaket und auch die Flasche wurde versucht, aber die lehnte KRÜMEL kategorisch ab! Keine Chance.

So kam es trotz zweimaligem Klistier im Laufe des Montags zum Darmpechverhalten und das arme Krümelchen ging mitsamt seiner Mutter in die Klinik. Die Untersuchungen ergaben aber, dass er genügend Immunglobuline hatte, so dass er lediglich gegen die Verstopfung an den Tropf gehängt wurde. Kontessa bekam ein Mittel zur Steigerung der Milchleistung. Alle Therapie schlug an, Stute und Fohlen entwickelten sich gut und durften dann am folgenden Samstag, also nach fünf Nächten, wieder nach Hause. Was eine Aufregung!! Die Milchleistung steigerte sich langsam und Krümel wurde frühzeitig mit Fohlenstarter gepäppelt. In der Regel können wir darauf wunderbar verzichten, aber fürs Krümelchen war es elementar und ab dem Moment, ab dem er richtig selber fressen konnte entwickelte er sich in großen Schüben.

Trotz seines holprigen Starts entwickelte sich der kleine Krümel über den Sommer ganz fantastisch und wurde im Juli sicheres Prämienfohlen. Sein Gangpotenzial verspricht viel Freude im Dressurviereck in einigen Jahren.

Im Umgang ist er ein echtes Schätzchen, selbstredend ist er Obis bester Freund und pfiffig ist er obendrein: Er weiß genau, dass er noch klein genug ist, um unter der Litze, die über den Tag den Laufstall abtrennt, hindurch zu flutschen. Diesen entscheidenden Vorteil nutzt er jeden Nachmittag aus, um sich fünf Minuten vor den Mitbewohnern an den Futtertrog zu stellen 🙂  – Es sei ihm gegönnt, schließlich hat er ja noch zu wachsen.