Türchen 10 – Konstruktionsmerkmale

AK10

Wer der Erkenntnis folgt, daß das ,,Gebäude‘‘ sinngemäß in erster Linie formale Umrisse aufzeigt und somit vorwiegend durch starre äußere Begrenzungen gekennzeichnet wird, ist logischerweise gehalten, in diesem Bild lediglich Anhaltspunkte zu sehen. Denn im Gegensatz zu einem Gebäude ist ja das Pferd beweglich und bewegungsfähig, also abhängig in erster Linie von konstruktionellen Werten, die in unterschiedlicher Qualität einen Reit-und Leistungsgebrauch ermöglichen.

Köhler beginnt mir der Sattellage und erhebt diese direkt zu Beginn in eine herausragende Position. Die logische Erklärung folgt auf dem Fuße: Kann der Sattel nicht liegen und der Reiter somit bequem sowie zweckmäßig sitzen, ist für ihn das ganze Pferd als Reitpferd wertlos – ungeachtet möglicher anderer Vorzüge in Gebäude und Material. Die reell konstruierte Sattellage bedingt eine Schulter in ausreichernder Schräglage und einen weit in den Rücken auslaufenden Widerrist. Dies setzt den Reiter so in den Schwerpunkt, dass er das Pferd vor sich hat und die Schenkel in passender Lage zum Treiben kommen können. Der Rücken soll der vorteilhaften Sattellage dienen, das Reitergewicht mühelos tragen können und den von hinten gebrachten Schub schwingend durch lassen. Weiterlesen