Türchen 1 – Der Gerät :-)

Und zack! Da ist es schon wieder Dezember….. Wie jedes Jahr stellte sich im Vorfeld die Frage“ Wollen wir wieder einen Adventskalender schreiben?“ – Und wenn ja, was und wozu wollen wir eigentlich schreiben.

Der geneigte Leser wird an dieser Stelle erkennen, dass wir uns für „Ja, wir schreiben wieder.“ entschieden haben. 🙂 Tja, und was? – Nun, in 2018 feiern wir 10-jähriges Bestehen unserer kleinen Zucht,  2008 deckten wir unsere erste Zuchtstute. Wir haben uns entschieden, in diesem Adventskalender die letzten zehn Jahre einmal zu beleuchten. Wie sind wir gestartet und wo stehen wir heute. Wo wollen wir gerne in weiteren 10 Jahren stehen?

Und auch, wenn alles mit Belle begann, so soll doch das erste Türchen einer „M“ gehören. Nicht zuletzt auch deswegen, weil wir unseren lieben alten Morgenstern in der letzten Woche im Alter von 26 Jahren auf seine letzte Reise geschickt haben.

Morgenstern, der eigentlich für uns das Ideal darstellte, der unser persönliches Zuchtziel verkörpert: Ein leistungsbereites uns leistungsfähiges Pferd, mit überragendem Interieur. Sportler, Lehrer, Kindermädchen – alles in einem, alles immer gut. „Seine“ Reitabzeichen-Mädels, die er vor mehr als einem Jahrzehnt brav durch die Prüfungen schaukelte, erinnerten sich in der letzten Woche so nett an ihn auf Facebook.

Seiner mütterlichen Nichte MASURENFEE von Bonaparte N AA aus der Mirage von Sarafan soll heute dieses Türchen gehören. Genug geschrieben haben wir über unsere Herzfamilie, die Familie der Maricka. Ebenfalls genug geschrieben haben wir auch schon über ihren Vater Bonaparte N  – der geneigte Leser mag die Suchfunktion der Seite nutzen, gerade zu den „M“ wird er fündig werden.

Als wir 2010 Erhard Schultes Empfehlung es doch mal mit „Blut dran“ zu versuchen folgten, trafen wir beileibe nicht bei allen Trakehner-Verbands-Protagonisten auf Zustimmung. Letztlich haben wir die Frage „Was wollt Ihr denn damit?“ dann irgendwann nur noch mit „Irgendwann über die dicken Balken reiten“ beantwortet.

Was folgte ist Geschichte – Championatsfohlen, dreijährig beste Halbblutstute, unproblematisches Anreiten, vierjährig erstes Fohlen von Icare d‘ Olympe AA und SLP, fünfjährig zweites Fohlen von Davidas, sechsjährig sollte sie auf Turnier starten und verletzte sich aber unglücklich, so dass sie erst siebenjährig, also 2018, wirklich in Gang kam – ….und das mit der alten Frau S, die spät in ihrer Reitsportkarriere nun den Busch für sich entdeckt hat 😉

Fakt ist aber auch, dass Heldentum ab einem gewissen Alter ausgestorben ist! Der „5“ vor der Null näher als der „4“ und in dem Bewusstsein, dass man, wenn man stürzt nicht nur „Rücken“, sondern eine Woche „Körper“ hat, darf man es gerne auch ruhiger, kleiner, langsamer angehen lassen. Das Ganze ist dann dadurch auch mit einer gewissen Portion Zweifel an der eigenen Person/ den eigenen Fähigkeiten gespickt.

Und dann sitzt man auf „DER GERÄT!“ und es ist einfach phänomenal! Die direkte Verbindung zwischen zwei Punkten ist die Gerade! Was im Weg steht wird gesprungen. Immer! Und es ist einfach beruhigend, zu wissen, dass man auf einem Pferd sitzt , das es nicht nur kann, sondern das es auch will!! Dass man mit der sprichwörtlichen Hose voll gegen ein Hindernis reitet und weiß, im Zweifel einfach das Pferd machen lassen und man kommt schon auf der anderen Seite an, weil sie schnell genug, gut genug und mutig genug ist, um das alles umzusetzen. Dass man dieses Pferd das allererste Mal in seinem Leben über einen Wassereinsprung reitet und sie zieht durch, als hätte sie nie etwas anderes getan – ja, das ist schon toll!!

Das man als Züchter eines solchen Pferdes die Freude genießen darf, das erfühlen zu dürfen, was man sich da so zusammen gezüchtet hat, ist schon etwas ganz Besonderes!! Sich bestätigt zu fühlen, vor zig Jahren in die richtige Richtung gedacht zu haben, macht stolz! – Sicher, wenn der Reiter besser wäre, dann hätte Fee bestimmt noch ganz andere, viel größere, Möglichkeiten! Aber fest steht auch, dass wir beide uns mögen, dass wir uns unsere jeweiligen Unzulänglichkeiten gerne verzeihen und dass man sich als alte Frau bei all dem Mist den man schaufelt , und dem Futter das man schleppt und den Nächten, die man sich als Züchter um die Ohren schlägt auch einfach mal den Luxus eines guten Reitpferdes leisten sollte. Für sich. Für den Spaß. Und dafür, dass man auch die künftigen Nachtwachen für die künftigen „Geräte“ gerne macht. 😉